Heilkräuter in der Hühnerhaltung verwenden

Wer als Hühnerhalter Heilkräuter verwenden will, kann das unkompliziert und ohne große Kosten oder spezielle Vorkenntnisse machen.

Küchenkräuter sind ein guter Anfangspunkt – die klassische italienische Kräutermischung aus Basilikum, Majoran und Oregano enthält 3 der Top 10 Kräuter für Hühner – Basilikum wirkt antibakteriell und stärkt die Gesundheit der Schleimhäute, Majoran regt die Legetätigkeit an, wirkt entzündungshemmend und entgiftend und Oregano ist ein natürliches Antibiotikum. Seine antibakteriellen, antimikrobiellen, antiparasitären und antifungalen Eigenschaften wirken im Oreganoöl am stärksten, aber ein regelmässiges Zufüttern versorgt die Hühner jeden Tag mit einem kleinen Boost für ihr Immunsystem.

Was muss bei der Fütterung von Kräutern beachtet werden?

Wenn Kräutermischungen aus dem eigenen Gewürzregal verwendet werden, müssen es reine Kräutermischungen ohne Zusatzstoffe wie künstliche Aromen oder andere Bestandteile sein.
Nur reine Kräuter, am besten in Bio-Qualität.

Wenn frische Gartenkräuter zur Hand sind, einfach ein paar Blätter oder Blüten abzupfen und zum Grundfutter dazugeben. Die Hühner werden fressen was ihnen schmeckt und guttut.

Auch Trockenkräuter lassen sich ins Futter mischen – am Besten werden sie zum Weichfutter gegeben, da die Kräuter teils sehr klein geschnitten oder gerebelt verkauft werden und in einem feuchteren Gemenge eher mitgefressen werden.
Ich gebe pro Tag morgens ca. 1 gehäuften EL Trockenkräuter zum Futter (für 6 Tiere). Mit einem Löffel Öl, den rohen Gemüseresten vom Vortag und normalem Körnerfutter ergibt das eine krümelig feuchte Masse, an der die Kräuter gut haften. Wenn wenig Gemüse angefallen ist, kommen statt dessen evt. ein paar Löffel Quark oder ein Schuss Milch dazu.

Vorsicht bei diesen Kräutern!

Es gibt ein paar Kräuter, die nur mit Vorsicht, bzw. nicht verwendet sollen, da sie möglicherweise giftig für Hühner sind.
Eine Liste von Kräutern und Pflanzen die schädlich bzw. giftig für Hühner sind habe ich hier gelistet.

Kann man Krankheiten mit Kräutern natürlich bekämpfen…?

Besser ist es, wenn man die eigene Hühnerschar so gesund halten kann, dass typische Hühnerkrankheiten erst gar keine Chance haben. Ein starkes Immunsystem und eine gesunde Verdauung machen Hühner resistenter gegen Erreger und Parasiten. In der jetzigen Situation der Stallpflicht kann vor allem Stress die Abwehr der Hühner beträchtlich Schwächen. Der oft zusätzlich erhöhte Keimdruck durch zu kleine Ställe, bzw. nicht genug Frischluft ist eine Belastung für die Hühner.

Kräuter sind kein Allheilmittel, aber sie können die Abwehr der Tiere stärken und deren allgemeines Wohlbefinden steigern. Wenn Kräuter in den verschiednen Bereichen der Hühnerhaltung entsprechend ihrer Haupt-Wirkung eingesetzt werden, tragen sie zu einer positiven Grundgesundheit der Hühner entscheidend bei: Kräuter mit beruhigenden und entspannenden ätherischen Ölen im Nest, die Top entzündungshemmenden und abwehrstärkenden Kräuter für die Aufzucht der Küken, natürlicher Insektenschutz als Beigabe im Staubbad, vitaminreiche Kräuter im täglichen Futter, plus Kräuter zur Stimulierung der Legeleistung und für schöne Dotter. Und wenn ein Bund frischer Kräuter über dem Kopf der Hühner baumelt, ist das immer ein willkommener Zeitvertreib.

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Kommentare

    • Bosser Margrith

      Ganz herzlichen Dank für die Info wegen Kieselgur, auch ich habe Mühe mit dem Sprayen von diesem Pulver, da man immer voll ist, die Milben sind eine echte Plage, ich habe schon Hühner ca 20 Jahre, und habe immer intuitiv darauf verzichtet, die dunklere Zeit mit Licht im Hühnerstall zu überbrücken, da die Hühner sicher ja auch mal gerne eine Pause machen, sind ja keine Legemaschinen:-)) Lieben Dank für die interessanten Beiträge und viel Freude mit den Hennen!

      • Denise

        Danke, Margrith! Wenn Du doch mal ein Milbenproblem bekommst, kann ich Dir die wasserlösliche Kieselgur empfehlen (Mikrogur o.ä.). Die Stallwände haben dann diesen Belag, der aber nicht in die Luft gewirbelt wird und damit auch nicht so leicht umherfliegende Nützlinge und/oder die Atemwege Deiner Hühner und Dir trifft. Trotzdem erschwert sie den Milben den Rückzug in die Ritzen und Ecken des Stalls. Vom Auftragen her ist es angenehm, bzw. eben so, als würdest Du den Stall nass einsprühen (Schutzbrille setze ich aber trotzdem auf!).

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