Hühner Winter Checkliste

Alles fertig für den Winter? Falls Du mit dem langen Sommer etwas spät in die Gänge gekommen bist, findest Du in der Checkliste die wichtigsten Punkte die vor dem Winter noch erledigt werden müssen.

  1. Der Hühnerstall im Winter
  2. Der Hühner-Auslauf im Winter
  3. Die Hühner im Winter
  4. Kurzfassung für Eilige

1. Der Hühnerstall im Winter

Herbstputz im Hühnerstall

Solange es draussen noch trocken & manchmal sonnig ist:

  • alle rausnehmbaren Elemente einmal abschrubben
  • Staub rauswischen/rausblasen
  • Stall innen frisch kalken, oder eine frische Schicht Mikrogur auftragen
  • frische, trockene Einstreu in den Stall geben, bzw. die Einstreu einmal komplett ersetzen (welche sich gut eignet kannst Du hier nachlesen)

Tränke winterfest machen

Deine Hühner müssen tagsüber immer Zugang zu sauberem Wasser haben. Du kannst Dir entweder:

  • einen DIY-Heizer basteln (braucht Strom) – Anleitungen gibts z.B. hier oder hier oder in vielen anderen Videos auf YouTube. Das Prinzip bleibt gleich, mögliche Risiken die mit Strom und Selbstgebasteltem einhergehen auch 😉
  • in eine Thermotränke oder einen Tränkenwärmer investieren (braucht Strom)
  • regelmässig wärmeres Wasser nachfüllen (so mach’s ich).

Überleg Dir vorher eine Routine, wie das problemlos klappt – z.B. immer einen vollen Kanister Wasser im Haus griffbereit zu haben um nachmittags kurz nachzufüllen. Ich koche immer eine Kanne heißes Wasser und giesse es in das bestehende sehr kalte Wasser. Die Mischung ist dann genau richtig. Morgens wird alles mit frischem Tee aufgegossen.

Hühner brauchen im Winter kein warmes Wasser – aber sie brauchen immer sauberes/frisches Wasser!

Feuchtigkeit im Hühnerstall vermeiden

Hühner haben kein Problem mit trockener Kälte. Feuchte Kälte dagegen ist das absolut Schlimmste für Deine Hühner im Winter. Tu was Du kannst um Deinen Stall trocken und gut durchlüftet zu halten!

Installiere ein Kotbrett

Damit läßt sich der meiste Kot, der im Stall anfällt, leichter täglich entfernen. Damit nimmst Du eine Feuchtigkeitsquelle aus dem Stall!

Das Brett kannst Du im Winter auch nutzen um den Stall etwas wärmer zu halten. Ich habe über mein Kotbrett eine Bahn PVC-Bodenbelag gelegt. Das Material ist leicht zu reinigen und leicht trocken zu halten – im Gegensatz zu Holz, dass sich mit Feuchtigkeit vollsaugen kann.
Der Vorteil: ich kann im Winter zwischen diese PVC-Bahn und das Kotbrett einfach Styroporplatten legen, die den Schlafbereich der Hühner von unten isolieren.

Im Sommer kommen die Platten wieder raus, fertig. Da die PVC-Bahn bis hoch an die Rückwand des Stalls gezogen ist, kann ich hinter den Schlafbereich auch noch Styroporplatten stellen – ohne, dass die Hühner damit in Kontakt kommen. (ich hatte mal „Styroporfresser“ – das war furchtbar: sie haben das Zeug gepickt und gefressen!).

Bastel Deinen Hühnern einen geschützen Schlafbereich

Ich habe im Winter zusätzlich zu dem isolierten Kotbrett immer eine „Zwischendecke“ über der Sitzstange. Mit einem zusätzlichen Wintervorhang vor der Sitzstange bildet sich eine Schlafkabine, in der es ein paar Grad wärmer ist als im restlichen Stall. Die Luft zirkuliert dann ausserhalb dieser Schlafkabine.

Sorge für gute Durchlüftung

Optimal für Lüftungsschlitze ist der obere Bereich des Stalls, z.b. Unter dem Dach, dann entsteht für die Hühner keine unangenehme Zugluft. Die wärmere (aber eben auch feuchtere) Luft entweicht nach oben und transportiert die Feuchtigkeit durch die oberen Lüftungsschlitze oder Fenster. Mit der Schlafkabine entsteht für die Hühner keine Zugluft und der Stall kann trotzdem Feuchtigkeit abgeben.

Entferne ggf. die Tränke aus dem Stall

Wenn Du Deine Hühner morgens zeitig rauslässt, reicht es, wenn Sie die Tränke im Aussenbereich haben. Ich lasse die Tränke im Stall, aber wenn Deine Hühner besonders „unordentliche“ Trinker sind, hast Du sonst feuchte Einstreu, die Du im Winter unbedingt vermeiden mußt.

Vermeide Zugluft!

Prüfe ob Dein Stall winddicht (aber nicht zu dicht!) ist. Er soll „atmen“ können – wenn sich warme feuchte Luft darin tagsüber staut, tust Du Deinen Hühnern keinen Gefallen. Die Feuchtigkeit kann in der Nacht auf den Hautpartien der Hühner gefrieren und die betroffenen Stellen (Kamm, Kehllappen) absterben lassen.

Mäuse, Ratten, Marder & Co.

Prüfe ob sich über die kalten Monate ungebetene Mieter bei Dir im Stall einnisten können, die dann auch auf Futter- oder Beutesuche sind! Wenn die Not goß genug ist, wird auch ein Fuchs mutiger als sonst… Also lockere Bretter nochmal ersetzen und Löcher und große Ritzen ausbessern.

2. Der Hühner-Auslauf im Winter

Ein Staubbad für Deine Hühner anlegen

Dein Hühner brauchen im Winter unbedingt ein trockenes Staubbad, dass genug Platz für gemeinsames Abhängen und Federpflege bietet. Gerade im Winter drängen sich die Hühner gern an solchen Plätzen länger zusammen und laufen nicht soviel in der Gegend herum. Bevor die Erde im Winter gefriert, leg jetzt noch ein schönes, großes Erd-Staubbad mit Dach an. Misch ordentlich Holzasche und, wenn Du magst, Vogelsand drunter, fertig.

Hier ein paar Ideen zu überdachten Staubbädern, die sich schnell umsetzen lassen:

Hühner beschäftigt halten

Deine Hühner werden sich im Winter auf einer kleineren Fläche aufhalten: im Stall und, wenn vorhanden, im überdachten Teil des Auslaufs. Wenn Du nur wenig überdachten Platz hast, dann gestalte ihn etwas abwechslungsreicher, damit bei den Hühnern keine Langeweile aufkommt. Du mußt keinen Abenteuerspielplatz anlegen, aber wenn die Hühner zu sehr aufeinander hocken, kann es zu Verhaltensproblemen kommen wie Federpicken etc. Ein bisschen Ausgleich zur fehlenden Fläche kann sein:

  • ein paar Äste, auf denen sie hocken können,
  • ab und an ein aufghängter Kohlkopf/Salatkopf/Karotten zum Picken
  • ein Luzerneballen zum Auseinanderpflücken
  • verschiedene, kleinere, überdachte Staubbäder zum Erkunden
  • kleiner überdachte Ecken, im Auslauf verteilt. Das kann ein Zelt aus Zweigen sein, ein alter, kleiner Tisch, 3-seitig mit Folie bespannt, etc.

Noch mehr Ideen wie Du Deinen Hühnerauslauf spannend gestalten kannst oder Deinen Hühnern die Langeweile vertreibst findest Du hier:

Matsch im Auslauf nervt Dich und schadete Deinen Hühnern

Mit das Unangenehmste am Winter ist der schlammig-rutschige Auslauf. Schlammige Füße führen schneller zu Ballen-Entzündungen bei Deinen Hühnern. Wenn Du eine Rasse hast, die auch noch gefiederte Läufe hat, dann holst Du dir mit den ständig nassen Beinen viel Feuchtigkeit in den Stall und bietest der Kälte mehr Angriffsfläche.

Den kompletten Auslauf matschfrei zu halten ist schwer – eine dicke Schicht Rindenmulch/Hackschnitzel kann helfen die Nässe abzuleiten. Beides wird von den Hühnern gern als Beschäftigung angenommen (also komplett zerwühlt) aber wenn Du alles regelmässig wieder zusammenharkst ist das eine gute Möglichkeit den Auslauf für die Hühner und dich schlammfrei zu halten.

Ein kleiner Bereich vor dem Stalleingang mit Rindenmulch oder Sand kann als „Trockenlauf-Zone“ genutzt werden, damit zumindest ein großer Teil des Schlamms nicht mit in den Stall getragen wird. Wenn Du eine Rasse hältst, die Dir auch im Winter fleissig Eier liefert, dann schätzt Du einen schlammfreien Auslauf umso mehr – sonst sind auch bald die Nester & Eier mitverschlammt.

3. Die Hühner im Winter

Deine Hühner können die trockenen, kalten Temperaturen gut ab – verzichte auf so Seltsamkeiten wie „Hühnerpullis“ oder ähnliches. (Ausnahmen sind Hühner bei denen das Gefieder stark geschädigt ist, z.B. von der Aktion „Rettet das Huhn“).

Feuchte Kälte dagegen ist wortwörtlich der Killer

Von Atemwegserkrankungen bis Erfrierungen bringt sie alles mit sich.
Besorg Dir rechtzeitig einen Pott Vaseline oder Melkfett um bei Bedarf die Kämme und Kehllappen Deiner Hühner einzuschmieren. Oft überraschen einen die nächtlichen Minusgrade und wie’s kommt hast Du ausgerechnet dann noch nix im Haus. Am Morgen ist es aber schon zu spät – schwarze Stellen an Kamm und Kehllappen zeigen Dir, dass das Gewebe hier abgefroren ist. Gut, wenn Du also spontan abends nochmal die gefährden Kandidaten (Hähne oder Rassen mit größeren Kämmen) von der Stange pflücken kannst zum Einfetten.

Das richtige Futter im Winter

Wenn es so richtig kalt wird, kannst Du Deine Hühner zusätzlich zu ihrem normalen Futter ab und an mit etwas Reichhaltigerem wie z.B. Sonnenblumenkernen oder ein paar selbstgezogenen Mehlwürmern (kannst Du auch kaufen 🙂 ) zu verwöhnen. Ich gebe im knackig, kalten Winter z.B. einen EL Sonnenblumenöl mit unters Weichfutter.

Über selbstgezogene Sprossen oder Gräser freuen sich Deine Hühner besonders im Winter und sie sind eine tolle Möglichkeit das fehlende Grünfutter auszugleichen. Achte darauf, dass das Grünfutter nicht gefriert, sonst wird es für Deine Hühner schwer verdaulich! Und gib Sprossen & Co. als Extra, nicht als Ersatz für ein gut ausgewogenes Futter.

Wenn du jetzt noch im Garten auf Sammeltour gehst, kannst Du noch einen Vorrat an getrockneten Kräutern anlegen, die Deinen Hühnern gut tun und ihre Verdauung und Ihr Immunsystem stärken. Bei mir im Garten ernte ich noch Oregano, Thymian, Salbei & Ringelblumen – und das im November! (ok, 2018 ist ein Ausnahmejahr…)

Wenn Du keine noch eigenen Garten hast, kannst Du meine Mischung aus getrockneten Sommerkräutern und Blüten auf www.eierschachteln.de kaufen. Ich gebe sie z.Z. mit ins Futter damit um sie fit in den Winter starten!

Hier geht’s zur Sommermischung aus Kräutern und Blüten

Alles in Maßen!

Egal ob Sämereien, eine extra Portion Eiweiß, Sprossen, Gras oder Kräuter: ein bisschen Extra verwöhnt deine Hühner und stärkt sie im Winter. Aber „mehr“ hilft nicht mehr und ein Huhn leidet mehr unter Verfettung, als unter Kälte!

Ein grundsätzlich ausgewogenes Futter, dass alle Nährstoffe enthält, die Deine Hühner brauchen, ist das beste Winterfutter. Du darfst es ab und zu ergänzen aber nicht durch viele Extras die Nährstoffbilanz verwässern.

Kurzversion für Eilige

Stall

  • Kotbrett einbauen
  • für Durchlüftung sorgen
  • Zugluft vermeiden
  • Schlafkabine innherhalb des Stalls bauen
  • Tränke nach aussen verlagern (wenn Deine Hühner gern pritscheln)
  • Stall sichern gegen Mäuse, Ratten, Marder & Co.

Auslauf/Gehege

  • großes, überdachtes Staubbad anlegen
  • Abwechslung bieten, Fläche interessanter gestalten
  • Rindenmulch/Hackschnitzel können verschlammten Auslauf verhindern
  • „Trockenlaufzone“ vor dem Stall einrichten

Hühner

  • Futter ab und zu durch eiweißreiche, vitaminreiche Extras ergänzen
  • Vaseline/Melkfett besorgen, um bei Bedarf Kämme und Kehllappen gegen Erfrierungen zu schützen
  • getrocknete Kräuter sammeln als Wintervorrat für eine Kräuterkur
    (oder meine fertige Mischung aus getrockneten Sommerkräutern und Blüten auf www.eierschachteln.de kaufen)

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Kommentare

  1. Brigitte

    Hallo.

    erstmals Danke für den tollen Beitrag.
    Ich hätte eine Frage bzgl. der Feuchtigkeit.

    Überall liest man: Zugluft vermeiden (ok – ist machbar), keine zu großen Temperaturunterschiede innen/außen (ok, auch machbar). Und dann: für trockenen Stall sorgen.
    Bis jetzt dachte ich, hey kein Problem…bei uns wird jeden Tag das Kotbrett gesäubert, die Hühner trinken marnierlich, Hanfeinstreu ist im Stall und eine Entlüftung ist auch vorhanden. Also alles OK.

    Als ich letzte Woche einen Temperatur und Luftfeuchtigkeitsmesser im Stall installiert habe, traf mich fast der Schlag: 4°C und 94% Luftfeuchtigkeit…

    Die hohe Luftfeuchtigkeit kam von 14 Tagen Regen- und Nebelwetter…(dauernd nahezu 100%)
    Gibt es hierzu Meinungen / Tipps was man da machen kann?
    Das Einstreu fühlte sich ziemlich „klamm“ an und wurde von mir dann zur Hälfte getauscht.
    Danach stellte sich Wetterbesserung ein, es wurde kälter aber auch trockener.
    Aktuell liegt die Luftfreuchtigkeit bei ca 80-85%.
    Wäre sehr dankbar für Tipps, wie man längere „Nassphasen“ übersteht…

    • Denise

      Hallo Brigitte,
      ich glaube, wenn der Stall nicht gemauert ist, bzw. auch nicht richtig groß, dann kommt man um eine höhere Luftfeuchtigkeit bei Regenwetter nicht drumrum. Du machst ja schon alles richtig und solange es nicht zusätzlich friert ist die Nässe nicht zu schlimm. Dein Stall ist ja nicht das ganze Jahr über klamm – da würde ich mir dann wegen der Atemwege Sorgen machen. Aber kurze Feuchtigkeit im Winter (Regen heißt ja über dem Gefrierpunkt) ist nicht schlimm. Wenn die Nassphase länger dauert, dann ist das mit der Einstreu wechseln, bzw. immer mal wieder so „durchlüften“ (mit einem Rechen o.ä.) bestimmt gut.
      Die Tränke würde ich trotz eigentlich sauberem Trinkverhalten der Hühner doch draussen platzieren – es sei denn, es ist so eine Nippeltränke, wo eh wenig Wasser verdunsten kann?
      Ansonsten lüften, lüften, lüften… Vielleicht kann man die vorhandene Entlüftung noch optimieren? Noch ein zweites Lüftungsloch, dort, wo es am feuchtesten ist im Stall?
      Wenn Du allerdings das Gefühl hast, die Hauptfeuchte kommt nicht durch den Temperaturunterschied innen/aussen, sondern durch den Nebel von draussen, dann vielleicht doch lieber morgens nur stoßlüften und tagsüber, wenn die Hühner draussen sind den Ausgang mit einem Vorhang zuhängen. Müssen sich die Hühner halt erstmal schrittweise dran gewöhnen…
      Viel Glück und Erfolg beim Tüfteln! 🙂

  2. Margret Wendang

    Hallo Denise,
    Vielen Dank für deine Einschätzung – es ist für mich keine Verletzung sichtbar –
    dann müssen wir wohl doch zum Tierarzt!
    Wir haben die Henne erstmal separat in einen Käfig getan, da sie nur schwer auf die Stange kommt
    und v.a. schon mehrfach runter gekippt ist.
    Sie frisst und trinkt wie gewohnt.
    Bis jetzt sind ihre Kolleginnen noch unauffällig im Umgang mit ihr, wir wollen ihr dennoch eine ruhige Genesungsmöglichkeit lassen.
    Gibt es eine Adressen-Liste von Ärzten, die sich mit Hühnern auch auskennen?
    Ich habe schon gehört, dass nicht alle Tierärzte da wirklich gut Bescheid wissen.

    Danke für den schnellen Rat erstmal!
    Viele Grüße
    Margret

  3. Margret Wendang

    Hallo liebe Hühnerfreunde,

    Ich habe eine Frage. Was kann /muss ich tun. Unsere 3 jährige Zwergwyandotte hat sich vermutlich ein Bein gebrochen oder ähnliches und hinkt, nimmt auch öfters eine Schonhaltung ein, zieht das betroffene Bein an. Es sieht nicht wie die Marek Lähme ausa – das Huhn wirkt vital, scheint aber bei Belastung
    Schmerzen beim Gehen zu haben.
    Wer weiß Rat? Wir wollen sie nicht töten, wenn irgend möglich!

    Gruß Vom Albtrauf

    • Denise

      Hallo Margret, hat Du das Huhn mal untersucht und Dir den Fuß angeschaut? Evt. hat das Tier eine Schnittverletzung oder einen Ballenabszess? In jedem Fall würde ich den Tierarzt draufschaun lassen, wenn Du nichts äusserlich erkennen kannst. Wenn es wirklich „nur“ das Bein ist wäre es jammerschade um das Tier…
      Liebe Grüße,
      Denise

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