Den Hühnerstall verschönern

So wird Dein Hühnerstall praktisch und schön

5 schnelle Projekte die wenig Geld kosten

Jetzt ist die perfekte Zeit um den Hühnerstall auf Vordermann zu bringen – so richtig fertig ist er ja eigentlich nie. Und es muß nicht immer das Großbauprojekt sein: diese 5 „Mini-Projekte“ sind was für jedes Budget und erfordern wenig handwerkliches Geschick. Das Richtige also für ein bisschen DIY zwischendurch.

Nr. 1: Ein Kotbrett für Deine Hühner bauen

Falls Du noch keins hast: Du brauchst eines! Ein Kotbrett o.ä. ist die einfachste Art den Hühnerstall schnell und unkompliziert täglich zu reinigen. Den meisten Kot im Stall setzen die Hühner nachts ab, vorausgesetzt, sie verbringen die meiste Zeit des Tages im Freien. Klar, ob ich den jetzt eine Etage tiefer aufklaube oder nicht, könnte egal sein. Könnte!

3 Gründe warum Du ein Kotbrett im Stall brauchst

Das Kotbrett auf Stehhöhe macht das Reinigen leichter, weil ergonomischer

Bei der Stallhygiene bin ich für alles was das Arbeiten angenehmer macht. Denn dann mach ich’s schneller und gründlicher. Das Kotbrett ist in meinem Stall auf etwa Bauchhöhe eingezogen, mit der Sitzstange direkt darüber. Die Breite des Kotbretts (60cm)  ist so bemessen, dass die Hühner bequem auf der Sitzstange sitzen und egal in welche Richtung sie schlafen: es fällt nichts auf den Stallboden.

Die Oberfläche kann der Reinigung besser angepasst werden

Ich habe als Einstreu auf dem Stallboden meist das drin, was „grad so hergeht“. Das kann mal Sägespäne sein, mal Holzhobel, manchmal aber auch kleingeschnittenes Heu oder Stroh. Auf dem Kotbrett streue ich nur Hobel, Späne oder Sand aus – Heu oder Stroh gibt eine unangenehm verklebte Masse, wenn Kot hineinfällt.
Da geht eine Menge Einstreu beim Ausmisten mit „verloren“. Auf dem Kotbrett ist das eher wie beim Katzenklo saubermachen. Ich schaufele nur das auf, was die Hühner übernacht dort platziert haben und nicht die halbe Einstreu mit.
Weiterer Vorteil: die Hühner sind nicht schon 10 mal durchgelatscht bis ich zum Saubermachen komme – nach dem Aufstehen sind sie nie auf ihren Sitzstangen und damit auch nicht auf dem Brett.
Die Einstreu auf dem Kotbrett passe ich der Jahreszeit an: im Winter kann ich richtig dick Hobelspäne daraufgeben und den Hühnern damit eine isolierende Zwischenschicht in der Nacht bieten. Im Sommer habe ich manchmal gar keine Einstreu, denn das Kotbrett ist mit einer zugeschnittenen Bahn PVC-Boden belegt, den ich gut abkratzen und bei Bedarf auch mal nass abwischen kann. Vorne am Kotbrett habe ich eine kleine Leiste angebracht damit mir die Einstreu nicht nach unten fällt.

Eine zweite Ebene schafft Platz im kleinen Stall

Mein Stall ist nur ein umfunktionierter Geräteschuppen. Trotzdem müssen die Hühner dort schlafen, Eierlegen und Platz für die Tränke und Körnerfutter will ich auch noch. Damit mir die Hühner also nicht in die Tränke kacken, komme ich um eine zweite Ebene gar nicht herum. Wäre ja auch Platzverschwendung – das Häuschen ist fast 2 Meter hoch! So habe ich unter dem Kotbrett eine wunderbar geschützte, dunkle Ecke für mein Legenest und genug Platz für die Tränke.

Wie schon weiter oben erwähnt, nutze ich die Einstreu im Winter auch zur Isolierung. Mit einem Vorhang vor den Sitzstangen und einer zweiten Ebene aus Heu über der Sitzstange habe ich eine unkomplizierte, schnell ein- und ausgebaute Wärmekabine, die in den kältesten Nächten die paar °C Unterschied macht. Ich habe als zweite Ebene ein Netz mit dick Heu darauf und als Vorhang eine alte Pferdedecke über die Stange geworfen.

Du hast nicht die Möglichkeit ein Brett zu befestigen? Die „Kack-Schaukel“ (ja, im Englischen heißt das „Poop-hammock“ – auch nicht viel attraktiver, aber bringt es auf den Punkt…) ist eine schnelle und kostengünstige Variante, die fast jeder irgendwie in seinen Stall integrieren kann.

Mögliche Materialien
  • Ein alter Futtersack aus festem Papier/Packpapier – den kannst Du regelmässig austauschen
  • Feste Plastikfolie wie z.B. Teichfolie
  • Nicht verwenden solltest Du normalen Stoff. Spätestens wenn ein Huhn etwas Durchfall hat weißt Du warum. 😉

Inspiration gefällig? Auf meiner Pinwand zum Thema Stalleinrichtung findest Du ein paar Beispiele und Anleitungen zum Thema Kotbrett, Kackschaukel und wie das sonst so heißen mag:

Nr. 2: Ein Vorhang für die Stalltür

Members only: Fliegen und Vögel haben im Stall nichts verloren. Deine Hühner sollen aber jederzeit ein und aus gehen können – einfach „Tür zu“ macht also keinen Sinn.
Die Lösung? Ein Türvorhang, durch den sich Deine Hühner einfach durchschieben. Kennst Du diese transparenten Streifen, die im Hallenbad das beheizte Freibecken vom Innenraum trennen? Dasselbe Prinzip.
Weil die Streifen transparent sind fällt trotzdem noch Licht in den Stall und im Winter bietet der Vorhang noch ein bisschen Kälteschutz extra.

Schneide ein Holz- oder Kartonleiste in der Breite Deiner Stalltür zu und befestige Streifen aus transparenter PVC Folie in der Länge der Stalltüre daran. Die Streifen gibt es bereits als Band von der Rolle – Stichwort: „PVC Streifen transparent“. Das ist dann der Trainings-Vorhang, den Du noch nicht „fix“ montierst: denn erstmal müssen sich Deine Hühner an den Vorhang gewöhnen.

So gewöhnst Du Deine Hühner an den Vorhang

Der Trick ist simpel: Du hängst diesen provisorischen Vorhang anfangs nur knapp über die Stalltür, so dass die Streifen ein Stückchen in die Öffnung ragen. Alle paar Tage hängst Du das Ganze ein paar Zentimeter tiefer. Deine Hühner gewöhnen sich an die neue Länge, weil es ja nur ein kleiner Unterschied ist. Und irgendwann, schieben sie sich durch den ganzen Vorhang. Wenn sie das begriffen haben, kannst Du die Streifen fest montieren. Ob an der Holzleiste, die Du zum Gewöhnen verwendet hast, oder fest am Stalltür-Rahmen.

Das Ganze gibt es übrigens auch fertig zu kaufen, z.B. hier (nein, ich bekomme weder Provision noch sonstwas, das ist einfach mein erstes Google-Suchergebnis 🙂 ). Für die „Trainingsphase“ ist das aber schwieriger umzusetzen.

Nr. 3: Eine Kräutermischung für Hühner ins Legenest

Mit einer intensiv duftenden Mischung aus Kräutern und Blüten kannst Du Deine Legenester schnell und unkompliziert verschönern und verbessern. Alle essbaren Kräuter und Blüten eigenen sich zum Untermischen. Du kannst Dir Deine eigene Mischung nach Lust und Laune erstellen – je nachdem was Du über den Sommer so getrocknet hast.
Obwohl frische Kräuter stark duften, ist die Gefahr dass sie schimmeln größer. Mit trockenen Blüten und Kräutern passiert das nicht und der Duft ist trotzdem intensiv. Besonders schön machen sich als Blüten Rose, Ringelblume und Kornblume. Lavendel, Minze und Melisse geben einen feinen Duft, der lange anhält.

Blütenmischung mit Kräutern für LegenesterDu hast keine getrockneten Blüten & Kräuter auf Lager?

Auf Etsy kannst Du meine Schmucknestchen Mischung kaufen, die ich mir dieses Jahr zusammengestellt habe. Ich mische 2 mal jährlich eine neue Kräuterpackung in mein Nest und wende alle paar Tage beim Eierholen das Heu im Legenest. Sofort steigt wieder der feine Duft auf und die Blüten und Kräuter liegen dekorativ obenauf. Ich hab’s halt auch gern hübsch beim Reinschaun in den Stall. 🙂

Für die Grundfüllung des Legenests habe ich von Heu über Hobelspäne, Sägespäne und Papierschnipsel schon alles gesehen. Stroh ist nicht so weich und manche Hühnerhalter argumentieren, dass sich in den hohlen Halmen des Strohs bevorzugt Milben einnisten.
Ich persönlich habe Stroh schon in der Einstreu benutzt, aber nur wenn es zufällig gerade wo abfiel. Es ist tatsächlich etwas sperrig, auch zum Ausmisten. Im Legenest würde ich es aber nicht verwenden. Heu ist schon allein vom Duft her einfach schöner.

Was haben die Hühner von den Kräutern?

Manche Hühnerhalter berichten, dass ihre Glucken bevorzugt in Kräuterbeeten kleine, versteckte Eiersammlungen anlegen, um sie zu bebrüten. Eine These ist, dass der starke Geruch der Kräuter den Eigengeruch der Henne und Ihrer Küken maskieren soll, um sie vor Räubern zu schützen. Macht Sinn, oder? Stark duftende Blüten und Kräuter wie Lavendel, Oregano und Minze bieten sich an. Beim Scharren, Picken und Bewegen zwischen und auf den Pflanzen, werden die stark duftenden, ätherischen Öle der Pflanzen freigesetzt. Ich streue meiner Glucke während ihrer Brutzeit z.B. immer Lavendel mit ins Nest. Der Duft wirkt beruhigend und soll die Durchblutung verbessern.

Wer in jedem Fall auf den Geruch reagiert sind Milben & Co. Die Aromen von Minze und Lavendel beispielsweise sind die perfekte Unterstützung der natürlichen Bekämpfung von Ektoparasiten.

Aromatherapie für Hühner?

Einen besonders ausgeprägten Geruchssinn sagt man Hühnern ja nicht nach. Trotzdem gibt es Gerüche, auf die Hühner stark reagieren und auch eine Prägung auf bestimmte Düfte ist schon während der Entwicklung im Ei möglich. Im Buch „Olfaction in Animal Behaviour and Welfare“ (in etwa: „Geruch im Bereich Tierverhalten und Wohlbefinden“) wird ein Test beschrieben, bei dem Küken während der Brutzeit im Ei Erdbeeraromen ausgesetzt wurden. Nach dem Schlupf haben die Küken entsprechend mit Erdbeeraroma versetztes Trinkwasser bevorzugt und in aromatisierter Einstreu intensiver gescharrt als ihre nicht „konditionierten“ Geschwister. Das Hühner auf Gerüche reagieren ist also erwiesen. Ob sie es auf dieselbe Art tun, wie der Mensch? Eine Studie des Max-Planck-Institut für Ornithologie hat ergeben: „Der Geruchsinn bei Vögeln verfügt über ein ähnlich großes Potential und eine vergleichbare Bandbreite wie bei Fischen und Säugetieren.“ (Proceedings of the Royal Society B, 16.07.2008).

Spannend, oder?
Wenn Du Dich für das Thema Hühner & Geruchsinn interessierst, kannst Du hier leicht starten:
https://www.mpg.de/556906/pressemitteilung20080715

Und Dich im Original (auf Englisch) richtig einlesen:
http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/275/1649/2309

Nr. 4: Einen Vorhang vor das Legenest montieren

Als ich diese Idee das erste Mal gesehen habe, hab ich innerlich mit den Augen gerollt. Geht’s noch kitschiger? Das ist doch bestimmt nur ein Deko-Firlefanz, für Hühnerhalter mit Bullerbü-Allüren. Wozu braucht’s das?

Tatsächlich macht ein Vorhang vor dem Legenest aber Sinn!

Hühner legen ihre Eier am liebsten an dunklen und geschützen Stellen ab (weshalb sich der Platz unter dem Kotbrett auch so gut eignet – dort ist es ja immer etwas dunkler). Ein abnehmbarer und waschbarer Vorhang bietet ganz einfach zusätzliche „Privatsphäre“ für Legehennen.

Ein paar Vorteile die z.B. Kathy Shea Mormino in ihrem Blog listet sind:

  • Vorhänge sollen die Brutlust bei Hennen anregen (ob’s stimmt? einen Versuch ist es wert!) – vermutlich weil es einfach extra dunkel und warm ist
  • Vorhänge können helfen Eierfressen zu unterbinden.  Nach dem einfachen Prinzip: aus den Augen, aus dem Sinn!
  • Vorhänge halten die Legenester im Winter etwas wärmer, und verhindern, dass die Eier gefrieren
  • Die zusätzliche Wärme hilft Glucken dabei ihre Körpertemperatur zu halten, wenn die Küken geschlüpft sind
  • Eine weitere Unart, die Vorhänge laut Shea Morminos Blog verhindern können, ist das „Kloaken“-picken unter Hühnern. Die Eier-legende Henne ist aggressiveren Tieren ausgesetzt, wenn diese auf die rote, hervortretende Kloake picken wollen. Meine Hühner liegen zwar immer mit der Kloake nach hinten im Nest, aber gibt ja nix was es nicht gibt.

Warum Kathy übrigens ursprünglich ans Vorhang-hängen ging war ein ganz anderer Grund: Ihre Hühner weigerten sich zum Schlafen auf die Stange zu gehen sondern lagen jede Nacht im Legenest. Was dann am nächsten Morgen entsprechend verdreckt war. Die Vorhänge haben’s wohl gebracht. Wenn Du also ähnliche Probleme hast, dann probier diese kleine und unkomplizierte Verbesserung einfach aus!

Da ich im Moment ein umfunktioniertes Katzenklo als Legenest nutze, habe ich nicht so die Möglichkeit Vorhänge anzubringen. Wenn Du Kisten, Kästen oder ähnliches verwendest, dann ran an die Stoffreste und losdekoriert! Deine Hühner wird es freuen und Dich auch. (So kitschig find ich’s jetzt doch nicht mehr… habe so ein Gefühl, dass das auch bald in meinen Stall kommt 😉 )

Wenn Du wissen willst wie sowas aussehen kann? Hier kannst Du Dir Inspiration holen:

Nr. 5: Den Hühnerstall innen weiß streichen

Zugegeben, dieses Projekt ist nicht wirklich schnell erledigt. Aber es ist wirklich unschlagbar günstig und wirkt langanhaltend für eine gute Stallhygiene. Ausserdem wird Dein Stall damit gleich heller und wird so richtig unwirtlich für Milben!

Verwendet wird Sumpfkalk, den Du in eigentlich jedem Baumarkt bekommst oder auch aus dem Online-Handel.
Er eignet sich für gemauerte Ställe und Holzställe gleichermassen.

Das Tolle: Sumpfkalk ist unbegrenzt haltbar. Er wird sogar mit der Zeit immer besser! Für einen Stall in der Größe eines Geräteschuppens o.ä. brauchst Du nicht viel – so ein 10Liter Eimer reicht Dir locker 5 Jahre (oder mehr).

Für das Streichen bewährt es sich wieder, wenn Du in Deinem Stall möglichst wenige Elemente fest verbaut hast. Keep it simple! Sitzstange , Kotbrett, Legenester und ggf. Trittleiter zum Rausnehmen – dann ist der Stall optimalerweise leer und auch das Streichen geht ratz fatz.
Am meisten Zeit mußt Du für den ersten Anstrich einplanen. Oder besser: für die ersten 3 Anstriche. Denn soviele sollten es für die Erstbehandlung in etwa sein.
Für den ersten Anstrich muß der Sumpfkalk stärker verdünnt werden (wie genau steht auf der Packung, in etwa 1:5 (1 Teil Sumpfkalk, 5 Teile Wasser). Die nächsten 2 – 3 Anstriche sind dann etwas dickflüssiger (1:3, bzw. 1:2,5).  Hier ist der Link zum Datenblatt des Sumpfkalks von Sakret

So sieht gekalktes Holz aus – wunderbar weiß und hell. (wenn Du Dich wunderst was die Eierkartons dort machen: das ist unser Schallschutz Marke „Eigenbau“)

Lass Dich nicht irritieren, wenn es erstmal so aussieht als wäre das viel zu dünn und transparent. Sieht erstmal aus als würdest Du mit Milch streichen. Aber sobald der Anstrich getrocknet ist wird er zunehmend richtig weiß. Nach dem 3. Anstrich ist der Stall wunderbar deckend weiß.

Wichtig! Bitte trag beim Streichen eine Schutzbrille, denn die Spritzer dürfen nicht in die Augen gelangen! Am Besten arbeitest Du auch mit Handschuhen,  denn die Farbe trocknet die Haut stark aus, finde ich…

Ich streiche 2 x im Jahr nach: einmal im Frühjahr, einmal im Herbst. Dann reicht auch ein einmaliger Auftrag (ca. 1:2,5 verdünnt) Eigentlich ist das nur an den beanspruchten Stellen wie hinter den Sitzstangen nötig. Das Auffrischen ist also in einer Stunde (inkl. Ausbau, Reinigung und Einbau aller beweglichen Teile) erledigt. Perfekt für einen Sonntagnachmittag.

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