Welche Kräuter sind für Hühner giftig?

Welche Pflanzen fressen Hühner – und welche lieber nicht?

Die meisten Kräuter die in unserer Umgebung wachsen wurden schon seit Jahrhunderten genutzt um Krankheiten vorzubeugen und sie zu behandeln, aber nicht alle Kräuter sind unbedenklich.

Die Dosis macht das Gift

Und auch bei Kräutern die – korrekt dosiert – nutzbringend und heilend sind, können bereits kleine Mengen Krankheiten hervorrufen oder gar tödlich sein. Nur weil etwas „natürlich“ ist, ist es ja noch lange nicht harmlos oder gut. Es gibt meines Wissens nur wenige Studien, die sich mit der korrekten Dosierung von Heilpflanzen auf Geflügel, insbesondere auf Hühner befassen. Als Laie ohne medizinischen Hintergrund nutze ich nur Kräuter deren Verträglichkeit bei Hühnern bereits von anderen Haltern dokumentiert ist, bzw. Küchenkräuter die ich selbst bedenkenlos essen würde.
Bei der Fütterung von gekochten Essensresten scheiden sich – wie bei vielen Themen in der Hühnerhaltung – die Geister. Ich persönlich verfüttere ab und an Reste unsere Mahlzeiten, sofern sie nicht zu salzig sind und würde auch bedenkenlos die darin enthaltenen, vor allem heimisch wachsenden Kräuter füttern.

Vorsicht im Umgang mit ätherischen Ölen

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Essenzen und entsprechend kraftvoll in ihrer Wirkung. So wie man bei Kindern vorsichtig sein muss im Umgang mit ätherischen Ölen, sollten sie auch in der Hühnerhaltung nur mit entsprechendem Vorwissen angewandt werden. Auf eine innerliche Anwendung von ätherischen Ölen sollte ohne tierärztlichen Rat verzichtet werden!
Als Laie nutze ich fast ausschliesslich frische oder getrocknete Kräuter anstelle der konzentrierten Öle.

Beinwell – eine potenziell schädliche Pflanze

Viele Hühnerhalter schwören auf Beinwell als Beigabe zum Hühnerfutter und die Hühner selber sind wohl auch recht begeistert davon. Dennoch kann es in ausreichend großen Mengen, bzw. bei andauernder Fütterung leberschädigend sein. Die heilenden und toxischen Eigenschaften von Beinwell werden in diesem Artikel auf onmeda.de gut beschrieben. Ich würde mich daher darauf beschränken, Beinwell nur  äußerlich, als Umschlag anzuwenden, um Schwellungen oder Entzündungen zu reduzieren und die Wundheilung zu unterstützen.

Zitronen, Orangen, Kiwis – zuviel Vitamin C?

Vom Verfüttern von Zitrusfrüchten an Hühner wird immer wieder abgeraten – leider finde ich bis jetzt keine für mich schlüssige Erklärung weshalb das sein sollte. Ein mögliches „Zuviel“ an Vitamin C will mir nicht einleuchten, da es andere, ebenso Vitamin C haltige Beeren (Schwarze Johannisbeere!) und Gemüsesorten (bspw. Paprika) gibt, von deren Verfütterung nicht abgeraten wird.

Grundsätzlich muss einem gesunden Huhn kein Vitamin C zugeführt werden, denn Hühner bilden Vitamin C selbst. Lediglich kranken, gestressten Tieren wird wohl zusätzlich Vitamin C verabreicht.

Ich selber füttere zwar – vorsichtshalber – keine Zitrusfrüchte oder Kiwis, habe aber auch schon Berichte gelesen wo das passiert ist und keinerlei Schaden festgestellt wurde. Wie so oft ist vermutlich die Menge ausschlaggebend.

In jedem Fall besteht hier noch Recherchebedarf – Hinweise zur nachgewiesenen Unverträglichkeit (oder auch die Widerlegung dieser Annahme, klar) werden hier gerne veröffentlicht.

Welche Pflanzen sind für Hühner giftig?

Untenstehend ist ein Auszug (exkl. der Zimmerpflanzen) aus der noch etwas umfangreicheren Liste auf botanikus.de , die schädliche und giftige Pflanzen für Vögel beschreibt. Wobei die Giftigkeit von „tödlich“ bis zu „wird auch von Vögeln schlecht vertragen“ reicht… Der Spielraum ist also groß. Beim Holunder z.B., einem Strauch (Baum?) der sich eigentlich wunderbar für den Hühnerauslauf eignet wird auf botanikus.de vermerkt: „Bei Vögeln, die unreife Beeren, frische Blätter oder Rinde gefressen haben, kommt es zu Verdauungsstörungen, Erbrechen und bei entsprechender Giftaufnahme auch zum Tod. “ Hier macht sicher die Dosis das Gift – ich würde jederzeit einen Holunder in den Auslauf setzen und hätte wenig Sorgen wenn Beeren tatsächlich schnabuliert werden. Gleichzeitig gibt es wahrscheinlich auch Beeren, die von Vögeln zwar problemlos gefressen werden, für Hühnern aber unverträglich sind. Im Unterschied zu den beerenfressenden Vögeln würden die Steinchen im Hühnermagen giftige Samen wie die der Eibe wohl verdauen können…?
Jedenfalls: Buchs, Clematis und Christrosen wachsen bei uns im Garten und im Auslauf selbst stehen Heckenkirschen. Ich habe allerdings nie beobachtet, dass die Hühner sie angeknabbert hätten; auch das Kraut unserer Kartoffelpflanzen im Beet haben sie nicht angerührt. Gesunde Hühner wissen was ihnen gut tut und was nicht. Umso wichtiger ist es sich bei der Zufütterung und Untermischung von Pflanzen in das alltägliche Hühnerfutter Gedanken zu machen – hier entscheiden die Hühner nicht selbst, bzw. können Kleingeschnipseltes nicht entsprechend aussortieren.

  • Ackerbohne
  • Acker-Gauchheil
  • Adlerfarn – stark giftig!
  • Adonisröschen
  • Aronstab
  • Avocado
  • Begonie
  • Belladonnalilie
  • Bilsenkraut – stark giftig!
  • Blauregen
  • Bocksdorn
  • Buchsbaum – stark giftig!
  • Christophskraut
  • Christrose – stark giftig!
  • Clematis
  • Efeu
  • Eibe – stark giftig!
  • Eisenhut – stark giftig!
  • Engelstrompete – stark giftig!
  • Faulbaum
  • Fingerhut – stark giftig!
  • Gauchheil, Acker-
  • Geißblatt
  • Ginster, Besen- – stark giftig!
  • Glockenbilsenkraut – stark giftig!
  • Glycinie
  • Goldregen – stark giftig!
  • Greiskraut, Jakobs-
  • Gundelrebe, Gundermann
  • Hahnenfuß
  • Heckenkirsche
  • Herbstzeitlose – stark giftig!
  • Holunder
  • Hortensie
  • Hundspetersilie – stark giftig!
  • Immergrün, Kleines
  • Jakobs-Kreuzkraut
  • Kakteen
  • Kartoffelkraut, gekeimte Kartoffeln
  • Kirschlorbeer – stark giftig!
  • Korallenbäumchen
  • Kornrade – stark giftig!
  • Lebensbaum
  • Lein – stark giftig!
  • Liguster
  • Lupinen
  • Maiglöckchen
  • Mistel – stark giftig!
  • Nachtschatten, Schwarzer – stark giftig!
  • Nachtschatten, Bittersüßer – stark giftig!
  • Narzisse
  • Nieswurz, Grüne – stark giftig!
  • Nieswurz, Schwarze – stark giftig!
  • Nieswurz, Stinkende – stark giftig!
  • Oleander – stark giftig!
  • Osterglocke
  • Rhododendron-Züchtungen – stark giftig!
  • Rittersporn – stark giftig!
  • Rizinus – stark giftig!
  • Robinie – stark giftig!
  • Sadebaum – stark giftig!
  • Saubohne
  • Schierling, Gefleckter – stark giftig!
  • Seidelbast – stark giftig!
  • Stechapfel – stark giftig!
  • Stink-Wacholder – stark giftig!
  • Tollkirsche – stark giftig!
  • Tollkraut – stark giftig!
  • Waldrebe
  • Wolfsmilch – stark giftig!
  • Wurmfarn – stark giftig!

Quelle: http://www.botanikus.de/Botanik3/Tiere/Voegel/voegel.html

 

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Kommentare

    • Denise

      Hallo Marret, Winden (Zaunwinden, Ackerwinde) sind wohl für Vögel schwach giftig (Quelle: http://www.birds-online.de/gesundheit/gesallgemein/giftpflanzen.htm). Das Gift wirkt wohl auf den Magen-Darm Trakt, führt also (beim Menschen) zu Durchfällen. Am meisten Wirkstoff enthalten wohl die Wurzeln, aber auch die restliche Pflanze. Fazit: ins Futter mischen würde ich sie auf keinen Fall! Aber wenn Du Bedenken hast, ob Du Deine Hühner udn Küken in einen Auslauf setzen kannst in dem Winden blühen, würde ich sagen: problemlos. Hühner wissen gut was sie fressen dürfen und was nicht, auch die Küken.

  1. Heike

    Muss ich jetzt alle o. g. Pflanzen aus meinem Garten entfernen? Wir haben z. B. eine 6 Meter hohe Eibe im Garten stehen… Die möchten wir nicht fällen. Darf/kann ich dann keine Hühner halten?

    • Denise

      Hallo Heike, keine Sorge – Du kannst Deinen Garten genau so lassen wie er ist und bestimmt Hühner halten, wenn genug Platz da ist. Hühner meiden instinktiv giftige Pflanzen und werden sich bestimmt gern im Schatten der Eibe Ihre Staubbäder anlegen ohne davon zu fressen. Ich finde es wichtig zu wissen, welche Pflanzen giftig sind, damit man sie nicht mit ins Futter mischt, wo es für die Hühner schwer ist zu unterschieden was sie aufnhemen. Viele Kräuter und Blüten sind aber super als Ergänzung zum Hühnerfutter, manchmal kann es sogar sinnvoll sein, den Hühnern etwas Stärkendes „unterzujubeln“.

  2. Waltraud Ross

    Hätte eine Frage wohne in Maroco und habe Eukalyptus und Mimosen Bäume im erGarten die viel Laub verlieren mir sind schon 3 Hühner mit Durchfall tgestorben verbrenne das Laub im Garten die scharren in der Asche ist das der Grund?
    Währe froh für eine Antwort

    • Denise

      Hallo Waltraud, also sowohl Mimose als auch Eukalytpus sollten die Hühner nicht fressen, das vorneweg. Das ätherische Öl des Eukalyptus ist beim Verzehr gefährlich. Soll bei Tieren, wenn sie größere Mengen fressen u.a. zu Durchfall und Schwäche führen. Aber: irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Hühner „größere Mengen“ davon fressen würden… Die sind da eigentlich recht schlau, was Giftpflanzen betrifft. Beobachte mal, ob sie sie tatsächlich fressen. Von der Asche allein kann ich mir das nicht vorstellen… Eukalyptusblätter machen sich eigentlich gut in der Einstreu, weil sie helfen Milben fernzuhalten.
      Bei akutem Durchfall würde ich eher schaun, was bekommen sie sonst so zu fressen. Stimmt das Futter? Kann ein Wurmbefall vorliegen? Usw. Durchfall als Symptom kann leider soviele Ursachen haben. Hast Du die Möglichkeit eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen zu lassen? Wenn da nichts schlüssiges dabei rauskommt würde ich die Umgebung/Haltung der Hühner punkt für Punkt abklopfen und schauen wo es haken könnte. Und generell kann es nicht schaden, das Immunsystem & die Verdauung der Hühner zu stärken. Mit Knoblauch, Karotten, Kräutern, fermentiertem Getreide, da gibte es viele Möglichkeiten. Auch Holzkohle zum Fressen angeboten kann helfen. Viel Erfolg!!

  3. Bettina

    Tatsächlich habe ich in Unkenntnis der Giftigkeit von Eukalyptus bereits etlichen Hühnern Gelomyrtol verabreicht, wenn sie Erkältungssymptome hatten. Eine ganze Kapsel/Tag in den Schnabel. Über oft 1 Woche. Heute würde ich das nicht mehr tun, da es auch nicht half. Aber es ist auch keins meiner Hühner daran gestorben oder hat Probleme damit gehabt.

    • Denise

      Hallo Bettina, was die Umwidmung von Medikamenten angeht wäre ich generell vorsichtig. Gelomyrtol z.B. ist ja auch erst für Kinder ab 6 Jahren zugelassen (was jetzt natürlich nicht heißt, dass man da irgendwelche Verbindugnen zu den Hühnern ziehen könnte 🙂 ) Aber bei nicht-akuten Symptomen würde ich persönlich lieber erstmal die Kräuter-Hausapotheke bemühen. Akut immer den Tierarzt.
      Zum Eukalyptus: Hühner wissen eigentlich genau was sie fressen dürfen und was nicht. Kritisch wird es eben nur wenn man ihnen bestimmte Pflanzen unterjubelt (oder den Wirkstoff eben, wie bei den kapseln). Ich habe aber z.B. schon gelesen, dass manche Hühnerhalter getrocknete Eukalyptusblätter (wenn man denn an welche kommt, in Deutschland wohl eher schlecht) mit in die Einstreu geben. Stell ich mir gut vor! riecht fein, die Hühner werden es nicht fressen und ich könnte mir vorstellen, dass die ätherischen Öle auch bei der Milbenbekämpfung/prophylaxe nützlich sind.

  4. Kerstin

    Liebe Hühnerexperten,
    auch ich habe eine Frage zu Giftpflanzen. Wir möchten einen Hühnerstall mit Gehege bauen, in dem selbst keine Giftpflanzen wachsen. Allerdings steht in der Mitte unseres Gartens eine Scheinakazie (Robinie) in Kugelform und ohne Blüten. Doch die Blätter sind giftig und fallen im Herbst natürlich auch auf die Fläche, die als Hühnergehege gedacht ist. Zudem sind es recht kleine Blätter. Fressen Hühner Laub? Eventuell auch mal aus Versehen? Muss der Baum auf jeden Fall weg oder reicht es, eine weniger scharrende und Futter suchende Rasse auszuwählen? Wir möchten natürlich kein Risiko eingehen.
    Vielen Dank!

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