Kieselgur – nützlich oder schädlich?

Als Hobbyhühnerhalter stolpert Jede/r früher oder später über den Begriff „Kieselgur“. Spätestens wenn er/sie verzweifelt nach einem natürlichen Mittel zur Bekämpfung von Ektoparasiten, wie beispielsweise den Federlingen, sucht. In den Hühner-Foren sind verschiedene Methoden der Anwendung beschrieben: viele Hühnerhalter schwören auf den regelmäßigen und teils intensiven Gebrauch von Kieselgur im Stall, im Staubbad und direkt am Tier.

Meine eigenen Erfahrungen mit Kieselgur

Ich habe Federlinge an meinen Hühnern selber auch mit Kieselgur bekämpft – mit mäßigem Erfolg. Den Einsatz habe ich jedesmal herausgezögert, weil mir die Anwendung unangenehm war: Atemschutz, danach weiße Kleidung, Kieselgur im Haar und als feiner trockener Film auf dem Gesicht, der in jeder Haufalte sitzt. Ich habe dabei die vielfach beschriebene Methode des „Pack das Huhn und stäube es von oben bis unten und vor allem dort wo die Biester sitzen mit Kieselgur ein“ angewandt.
Unseren damals noch recht kleinen Stall habe ich regelmäßig innen mit Kieselgur bestäubt. Ebenso das Nest zum täglichen Eier-legen und auch das für unsere „Brüterin“.

Die Federlinge habe ich so nicht komplett verbannen können. Erst eine Kombination von mehreren Maßnahmen hat sichtlich geholfen:
– Anwendung von Ballistol (zum Sprühen) am Huhn – auf die betroffenen Hautpartien und auf die „Eierpakete“ (Nissen) der Federlinge, die am Federschaft kleben
– Verbesserung der Ernährung unserer Hühner mit Kräutern
– Staubbad, bzw. Erdbad, das zu jeder Jahreszeit nutzbar ist. Vor allem im Winter!

In meinen Recherchen zum Thema Staubbad bin ich auf einen interessanten Artikel der amerikanischen „Backyard-Chicken“ Bloggerin Kathy Shea Mormino gestoßen, der sich kritisch mit dem Einsatz von Kieselgur auseinandersetzt. Ich möchte unseren Garten möglichst als ganzheitliches System gestalten, in dem die Hühner nutzbringend und artgerecht leben und habe als Konsequenz beschlossen auf den Einsatz von Kieselgur zu verzichten.

Der Artikel ist auf Englisch im Original hier zu lesen:

http://www.the-chicken-chick.com/2016/12/the-cut-dry-truth-about-diatomaceous.html

Da ich das Thema für mich sehr interessant und aufschlußreich fand, habe ich die Kernaussagen des Artikels auf Deutsch übersetzt – als Anregung für andere Hobbyhalter, die sich genauer über die „Risiken und Nebenwirkungen“ von Kieselgur informieren möchten. Die Zusammenfassung des Origianartikels gibt es hier.

Kommentare

  1. Annemarie Ganzer

    Guten Tag,
    Ich bin seit Tagen nur noch beschäftig alle Beiträge auf dieser Seite zu studieren und ich bin hell auf begeistert. So stell ich mir eine artgerecht Haltung vor, die sowohl das Wohl des Tieres aber auch den nötigen Umwelt und wirtschaftlichen Faktor berücksichtigt. Es ist wirklich schwer Problemlösungen zu finden z.B. die Bekämpfung von Parasiten, die diese Faktoren berücksichtigt. Schließlich halte ich mir Hühner um es besser zu machen als die gewerblichen Betriebe. Ich bin ihnen sehr dankbar für Ihre tolle Seite, die ich zudem noch sehr ansprechend finde. Wir haben bereits vieles davon selbst ausprobiert und es fühlt sich gut an.
    Bitte unbedingt so weiter machen! Viele Selbstversorger wie ich danken Ihnen für die tollen Beiträge. Und die Hühner sowieso.

    Liebe Grüße
    Annemarie Ganzer

    • Denise

      Danke Annemarie für die lieben Worte! Es freut mich wirklich, wenn ihr von den Tipps und Vorschlägen etwas umsetzen konntet, was für Euch und Eure Hühner passt. Es gibt noch soviele Themen die mich rund ums Huhn beschäftigen und die ich selber ausprobieren will. Bei manchen Dingen ist es ein Probieren und dann wieder zurückrudern, umdenken… (so passiert mit meinem Plan der Begrünung des Auslaufs. Da muss ich nochmal meine Erfahrungen dokumentieren – läuft eben doch manches anders als man es sich theoretisch so überlegt 🙂 )
      Wenn ihr Ideen oder eigene Erfahrungen habt zu einem Thema, freu ich mich sehr davon zu hören!
      Liebe Grüße,
      Denise

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