Küken einer Glucke unterschieben

Du hast eine gute Glucke, die brüten möchte, aber keinen Hahn der befruchtete Eier produziert? Dann kannst Du Deiner Glucke Küken aus Kunstbrut unterschieben. Wichtig ist der Zeitpunkt: die Prägung der Küken darf noch nicht festgelegt sein (also z.B. auf einen Menschen).

Damit ermöglichst Du der Henne, ihren Mutterinstinkt auszuleben und kannst sicher sein, dass Deine Küken optimal geführt werden – ich behaupte: besser, als es wir Menschen könnten 😉

Die Alternative zu Tagesküken

Wenn Du sowieso gerne mehr Hühner hättest: Bruteier unterschieben. Bruteier bekommst Du viel eher als Hühner Deiner Wahl. Wenn Du also schon lange auf eine bestimmte Rasse spechtest, ist das eine super Möglichkeit Deine Hühnerschar mit Wunschrassen zu erweitern.

Befruchtete Bruteier kannst Du vom Züchter oder auch über private Anbieter auf ebay Kleinanzeigen bekommen. Der Ausgang ist natürlich ungewiss, denn währen der Brut kann noch allerhand schiefgehen und vielleicht war auch die Befruchtungsrate der Eier nicht so toll wie erhofft. Da bist Du mit Tagesküken auf der „sicheren“ Seite.

Vorteile der Naturbrut mit Glucke

Naturbrut läuft normalerweise problemlos. Es gibt zwar – wie immer in der Natur – ab und zu Probleme: mal hackt eine Glucke die frisch geschlüpften Küken tot, mal hört sie bei der Hälfte zu brüten auf, die Eier werden kalt, nichts kann mehr schlüpfen.
Aber normalerweise kannst Du nach 21 Tagen mit fitten Küken rechnen, um die sich die Glucke dann selber kümmert. Du sorgst für Wasser, Trinken, Stall – den Rest erledigt sie.

Jetzt wo ich zum ersten Mal Küken selber aufziehe merke ich, wieviel Aufwand das ist, im Vergleich zu den letzten Jahren.

Eine Glucke „entbrüten“/“entglucken“

Du kommst weder an Küken, noch an Bruteier und eigentlich willst Du auch keine weiteren Hühner…?
Dann hilft nur noch die Henne zu „entglucken“.

Ein bisschen fies ist das Entglucken schon: ab ins kahle, kalte Gitter-Abteil – schön hell, schön luftig-frisch, nix mit kuscheligem Gebrüte. Und keine Chance auf Küken 🙁

Hört eine Glucke von selbst auf zu brüten?

Einfach sitzen lassen à la „das gibt sich schon“…? Bloß nicht!! Eine hartnäckige Glucke sitzt und sitzt und sitzt… Nach 21 Tagen sollte ja theoretisch was schlüpfen. Tut es das nicht, dann sitzt sie eben weiter. Sitzt und frisst kaum, trinkt kaum, verbrennt Energie und die Muskulatur baut ab. Raubbau am Huhn und das völlig umsonst.

Einer Glucke Küken unterschieben? Nur unter Aufsicht!

Als meine alte Glucke ausgerechnet 2 Tage nach Ankunft der Tages-Küken das Brüten anfing, wollte ich ihr die Küken am Liebsten unterschieben. Sie kann das einfach besser als ich 🙂
Gedacht getan: erst mal einen Tag abwarten ob sie’s ernst meint.

Tag 2: sie sitzt immer noch.
Küken in einen Karton, zum Stall getragen und unter Aufsicht rausgelassen.

Warum unter Aufsicht?

Vorsicht ist besser als Aua. Meine Glucke ist von Natur aus eher eine Garstige – sie hackt schon auf den großen „Neulingen“ gern mal rum. Und so ein gezielter Schnabelhieb kann das Ende meiner Küken sein. Also schön in der Nähe bleiben.

Die Reaktion mein Glucke? Gleich aufgemerkt!
Machte sofort die typischen Gluckengeräusche, lockte die Küken her, verfolgte sie mit den Augen…Da läuft ein Programm ab, das merkt man. Die Kükenfieper triggern gleich den Mutterinstinkt. Egal ob sie sie selbst ausgebrütet hat oder nicht.
Sie wußte sofort wo die eigentlich hingehören – unter ihren Flügel!

Sind die Küken schon falsch geprägt…?

Leider, leider, die Küken wußten nicht mehr wo sie hingehören. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber irgendwie war’s logisch:
Sie waren mittlerweile 4 Tage alt – die Mama war ich.

Als ihnen kalt wurde kamen sie zu mir getrippelt. Ich hab wagemutig ein Küken unter den Flügel der Glucke geschoben. Da war’s warm und schön. Nix da!

Raus, mich angeschaut, Henne angeschaut? „Wer bist Du jetzt?!“ Wieder weggetrippelt. Keine Angst, keine Panik, aber komplett egal.

Tja und meine Glucke… die war hin und hergerissen. Weil: da war ja noch ihr Ei. Und wenn die Kleinen nicht von selber kommen… Sie kann sich schliesslich nicht um ALLES kümmern. 😉

Langer Rede kurzer Sinn: der Zug war abgefahren.
Also wohnen sie jetzt wieder im Wohnzimmer: schaufeln mit Elan die Einstreu durch die Gegend, springen auf die Wärmeplatte, lassen sich von mir in den Schlaf gurren.
Auch mal eine schöne Erfahrung 🙂

So geht Dein perfekter Hühnergarten!

Egal ob Du am Anfang Deines Hühnertraums stehst oder schon Hühner hast:
Dein Hobby soll Dir Freude bereiten - nicht Frust. Ich zeige Dir, wie Du mit ein paar einfachen Grundregeln zu Deinem eigenen Stück Selbstversorgung kommst: ein kunterbunter Garten mit glücklichen Hühnern, vielen Eiern und wenig Arbeit.

Und immerhin weiß ich jetzt: meine alte Henne hat das Glucken noch drauf – trotz ihrer 6 Jahre.

Einer Glucke Küken unterschieben – so gelingt’s

1. Die Küken sollten maximal 2 Tage alt sein – später wird’s schwierig.

2. „erfahrene“ Glucken nehmen die fremden Küken eher an – besonders, wenn Du sie am Anfang der Brutzeit* unterschiebst.
* Du mußt zwar nicht die vollen 21 Tage warten, bis Du die Küken unterschiebst. Aber sei sicher, dass die Glucke wirklich brüten will – manchmal sitzt eine Henne 1-2 Tage und das war’s dann.
Warte also lieber ca. 1 Woche bevor Du Küken besorgst.

3. Setz Deine Glucke in einen eigenen Stall oder in einen gesicherten, abgetrennten Teil Deines Hühnerstalls bevor Du ihr die Küken gibst. Damit sind sie vor den restlichen großen Hühnern geschützt.

4. Stell Wasser (oder Kräutertee) und Kükenfutter bereit

5. Schieb die Küken eher morgens/vormittags unter. So hast Du den Tag über Zeit zu beobachten was Die Henne macht, wie die Küken zurechtkommen oder ob es Probleme gibt. Wenn Du die Küken nachts dazugibst, ist es reines Glücksspiel: fällt eins aus dem Nest? Kümmert sich die Glucke doch nicht um die Küken?

6. Trag die Küken in einer Box zur Glucke und warte, ob sie auf deren Fiepen reagiert. Wenn sie anfängt Gluck-Geräusche zu machen, wurde der richtige Instinkt angesprochen.

7. Schieb die Küken dann einzeln unter ihren Flügel/Bauch und nimm ggf. Eier unter der Glucke (heimlich) raus. Sie sollte am Ende nur noch die Küken unter sich haben, keine Eier. Wenn sie anfängt mit dem Schnabel und den Flügeln die Küken unter sich zu „arrangieren“ ist Dein Plan aufgegangen – sie spult das Mama-Programm ab.

8. Immer mal wieder nachschaun. Bleib noch ein bisschen in Sichtweite und sei sicher, dass die Glucke die Küken nicht doch plötzlich „rausschmeisst“ oder hackt. Regelmässig über den Tag verteilt nochmal kontrollieren.

Zu guter Letzt: Hab einen Backup-Plan!
Wenn die Henne die Küken nicht annimmt mußt Du sie selber großziehen. Küken brauchen in den ersten Tagen konstante Wärme, das richtige Futter und Sicherheit. Am Besten bist Du ausgestattet für die Aufzucht – für den Fall der Fälle…

Wie Du Dich für die Kükenaufzucht zuhause einrichtest kannst Du hier nachlesen.

Wie schnell wachsen Küken?

Sehr schnell!! 😀

„Wir sind wach!!“ – „Mama, was ist das für ein schwarzer Kasten…?!“

Ich kann es kaum glauben: so zart, so schwach sahen sie am ersten Tag aus. Das helle Küken hat sich mühsam zum Futter gerobbt. Und ich hab mich schon Spreizbeinchen tapen sehen.

Pustekuchen! Fit wie ein Trunschuh. So sehen sie an Tag 6 aus. Fitte Federbällchen. Nur das helle Küken ist nach wie vor das zarteste – aber meistens genauso frech.

Die Einstreu-Rauscharr-Hürde aus Pappe und Holz wird im Schweinsgalopp übersprungen und den ganzen Tag ist Action, Action, Action.

Der Fußboden im Wohnzimmer ist binnen 5 Minuten voller Hanfhäcksel, also habe ich mir aus Pappe und Klarsichtfolien eine Wand gebastelt. Sie läßt viel Licht in den Stall und minimiert den Einstreu-Flug um Einiges.

Klarsichtfolien gelocht und mit Draht am Stallgitter befestigt.

Achtung – Stall sichern!

Die Küken schaffen es mittlerweile sogar, auf die Wärmeplatte zu springen – von dort bis zur „Dachluke“ des Hasenstalls ist es nur noch ein Flügelschlag. Lieber die Klappe zulassen… vom Sofatisch aus ist es noch ein Stück nach unten!

„…da komm ich bald hoch – wetten?“

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