Die beste Einstreu für Hühner und Küken

Was ist die beste Einstreu für Hühner?

Das Thema Einstreu beschäftigt Dich als Hühnerhalter vermutlich erst nach einer gewissen „Warmlaufphase“. Nachdem Du Dir den Kopf über den perfekten Stall, die geeignete Hühnerrasse und Deinen Auslauf zerbrochen hast (und das ist ja auch erstmal die Hauptsache) experimentierst Du vermutlich noch mit dem Futter herum und irgendwann kommst Du drauf, dass:

A) Das Ausmisten nervt, weil Du dicke Matten an feuchtem Stroh aussortieren mußt…

B) Du nicht so richtig weißt wohin mit dem ganzen ausgemisteten „Etwas“…

C) Du Geld für Einstreu ausgibst, was Du so nicht wirklich einkalkuliert hattest …

Warum brauchst Du Einstreu im Hühnerstall?

Einstreu soll 2 wesentliche Funktionen im Stall erfüllen: Sie soll feuchtigkeitsregulierend wirken, also überschüssige Feuchtigkeit binden. Und sie soll es Dir erleichtern den Stall mit wenig Aufwand möglichst sauber – also frei von Hühnerkot – zu halten. Wenn sie hübsch ist und auch noch gut riecht, wunderbar. Wenn sie dazu beiträgt Milbenbefall zu kontrollieren, umso besser. Aber in erster Linie soll Sie Deinen Stall trocken und sauber halten.

Stroh als Einstreu für Hühner

Wenn Du Dir so einen Bilderbuch-Hühnerstall (wortwörtlich „Bilderbuch“) vorstellst, dann möchte ich wetten, dass dort Stroh im Stall liegt. Zumindest ist das so in den Kinderbüchern die ich kenne. Stroh scheint die 0815 Einstreu für landwirschaftliche Nutziere schlechthin zu sein. Und als ich meine ersten Hühner hatte, habe ich mich natürlich informiert , wo ich denn Stroh für meinen Stall kaufen könnte. Du auch?

Stroh ist als Einstreu für Hühner ungeeignet

Tatsächlich ist Stroh als Einstreu im Hühnerstall nicht wirklich geeignet. Manche, wie die von mir gern zitierte Kathy Shea Mormino, gehen sogar soweit zu sagen, dass Stroh im Hühnerstall nichts zu suchen hat und Ihre Argumente leuchten ein. Ihren Original-Artikel findest Du hier.

  • Stroh bindet keine Feuchtigkeit: die Nässe sammelt sich unter der Strohecke und begünstigt dort das Wachstum von Schimmel und Bakterien
  • Tatsächlich ist Stroh, dass Du evt. umsonst bekommst (auf ebay Kleinanzeigen etc.) oft bereits etwas verschimmelt. Hier besonders genau prüfen und im Zweifel lieber nicht nehmen.
  • Gerade im Winter ist es eine Herausforderung einen Hühnerstall gut trocken zu halten. Was essentiell ist für die Gesundheit Deiner Hühner!
  • Verschmutzes Stroh bildet „Matten“ die sich nur als großer Batzen entfernen lassen. Der Bedarf an neuer Einstreu ist damit viel höher.
    (Du kannst Stroh kleinhäckseln, dann verklebt es nicht so schnell)
  • Im Inneren der Strohhalme finden Parasiten wie die rote Vogelmilbe ein ideales Versteck
  • Kathy Shea Mormino warnt vor der Gefahr der Kropfverstopfung, wenn Hühner das Stroh fressen. Mir scheint das eher eine Gefahr bei Heu zu sein, aber es passiert wohl und endet für die Hühner dann oft tödlich.

Stroh kompostiert schlecht

Wenn Du als Garten-Hühnerhalter nicht über einen klassischen „Misthaufen“ verfügst bleibt Dir zur Entsorgung nur der Komposthaufen oder die Biotonne. Die Mengen die Du beim Ausmisten mit Stroh produzierst sind höher als mit anderer Einstreu und auf die Dauer nervig zu entsorgen. Was dann womöglich dazu führt, dass Du nicht so oft ausmistest, was zu einem feuchten & schmutzigen Stall führt, usw.

Stroh als Einstreu für Küken

Auf einem Seminar des landwirtschaftlichen Bildungszentrums Triesdorf wurde uns Teilnehmern geraten Küken nicht auf Stroh zu halten. Die Schnittflächen der Strohhalme sind scharf und können an den noch zarten Füßen der Küken kleinste Schnitte verursachen, durch die Bakterien eindringen. Das verursacht dann im späteren Hühnerleben öfter Ballenprobleme!

Ich persönlich verwende zwar kein Stroh mehr im Stall (nachdem ich mich die ersten Monate damit rumgeplagt habe). Aber ich sehe das insgesamt entspannter: wenn Du aus welchem Grund auch immer jede Menge einwandfreies, trockenes(!) Stroh zur Verfügung hast und auch die geeignete Möglichkeit zur Entsorgung, dann mach das Beste daraus und verwerte was Du hast. Verwende nach Möglichkeit das Stroh in gehäkseltem Zustand und gehe 1-2x wöchentlich mit einem breiten Rechen durch die Einstreu um sie luftig zu halten und um mögliche Feuchtigkeitsnester rechtzeitig zu entdecken.

Die Alternative zu Stroh: Strohpellets

Geschreddertes, zu Pellets gepresstes Stroh, dass sich als Einstreu leicht sauber halten läßt, eine höhere Saukfähigkeit als Stroh besitzt und auch fein riecht.
Gibt’s bevorzugt in riesigen Gebinden, weil es wohl gern als Einstreu für Pferde verwendet wird. Aber der Landhandel hat’s sicher auch in kleineren Portionen.

Heu als Einstreu für Hühner

Im Grunde gelten für Heu dieselben Argumente wie für Stroh. Wie Stroh bindet es Feuchtigkeit nur schlecht, verklebt schnell und ist, wenn von den Hühnern gefressen, eine Gefahr für deren (Kropf-)Gesundheit.

Ich verwende Heu aber trotzdem in meinen Legenestern, da sie immer sauber sind (die Hühner koten dort nicht) und ich den Duft einfach liebe. Auch läßt sich Heu nicht so gut verscharren wie Stroh, d.h. der Inhalt bleibt im Legenest und die Hühner bilden maximal so eine Art Liegemulde darin – rausgescharrt wird der Inhalt nie. Auch als Teil der Einstreu habe ich Heu schon verwendet, dann aber gut kleingeschnitten (Du kannst z.B. mit dem Rasenmäher über das Heu fahren) und nur als Beimischung zu anderer Einstreu.

Auch hier habe ich ganz pragmatisch das genommen, was ich im Überfluss hatte. Und auf dem Kompost ist Heu auch besser verträglich als Stroh.

Hobelspäne oder Sägespäne als Einstreu für Hühner

Der Klassiker für kleine Haustiere wie Meerschweinchen, Hamster & Co. ist im Moment mein Favorit im Stall.

  • feiner Geruch nach Holz
  • bindet Feuchtigkeit sehr gut
  • lässt sich einfach ausmisten – ähnlich wie beim Katzenklo bilden sich in der Einstreu kleine Klumpen von Kot mit Spänen die mit einer kleinen Schaufel einfach zu entfernen sind.
  • wird von den Hühnern nicht gefressen
  • kostengünstig bzw. kostenlos (ich bekomme über eine Schreinerei im Nachbardorf ein Gemisch aus Hobel- und Sägespänen umsonst)

Für die Aufzucht von Küken würde ich auf Sägespäne & Hobelspäne verzichten. Die Hobel sind wieder etwas grob und ggf. zu scharfkantig für die Ballen, bei den Sägespänen wird immer wieder berichtet, dass die Küken die Späne fressen, Verdauungsprobleme bekommen und eingehen. Muss nicht passieren, kommt aber häufig genug vor um es nicht zu riskieren.

Welche Späne eignen sich als Einstreu?

Achte darauf, dass die Späne von unbehandeltem Holz stammen! Späne von lackierten oder anderweitig chemisch behandelten Holzteilen würde ich vermeiden.

Nachteil von Hobel-/Sägespänen als Einstreu

Späne kompostieren theoretisch nicht so schnell/gut. Ich sage theoretisch, weil ich die Einstreu kompostiere und problemlos eine wunderbare Erde erhalte… Meine Einstreu hat genau die richtige Mischung aus göberen (Hobel) und feineren Anteilen (Späne), die den Komposthaufen nicht verdichten. Natürlich enthält unser Kompost nicht ausschliesslich Späne, die Mischung macht’s also.

Für Profis – Sand als Einstreu für Hühner

Sand ist sowas wie die Königsdisziplin der Einstreu 🙂
Ziergeflügelhalter schwören auf Sand und es gibt auch ein paar Studien, die sich mit den positiven Auswirkungen dieser Einstreu auf die Hühnerhaltung beschäftigt haben.

Kathy Shea Mormino zitiert eine Studie des Auburn University Department of Poultry Science (PDF) die zu folgendem Ergebnis kommt (übersetzt):
„Insgesamt hatte Sandstreu niedrigere Keimzahlen, Wasseraktivität und Feuchtigkeitsgehalt im Vergleich zu Kiefernspänen.“

Diese Studie beschäftigt sich ebenfalls mit der Verwendung von Sand als Einstreu im Gegensatz zu Holzspänen:
Für die Streufeuchte, die Temperatur, die Ammoniakproduktion, die Mortalität, die Futterumwandlung oder die Fußballenläsionen zwischen den beiden Streubehandlungen wurden keine Unterschiede gefunden….
Coliforme Bakterien (einschließlich E. coli) … waren signifikant niedriger für Sand als für Kiefernspäne.“

Vorteile von Sand als Einstreu für Hühner
  • Sand staubt nicht
  • Sand ist noch einfacher zu reinigen als Späne – es ist wirklich wie beim Katzenklo ausräumen, der Kot wird „trocken“ gehalten und kann die restliche Einstreu nicht mit einfeuchten
  • Sand bietet Bakterien, Schimmelpilzen und Milben null Nährboden, bzw. „Wohnraum“
  • Sand ist für den Verdauungstrakt von Vorteil, da er als Splitt im Muskelmagen verwendet wird, um faserige Nahrungsmittel abzubauen
  • Sand hält die Temperatur im Stall stabiler als Stroh, Heu oer Späne. Sprich: im Sommer wird es nicht so heiß, im Winter nicht so kalt*
    (*auch ein Ergbnis der Studie der Auburn University)
  • Sand bietet eine ständige Möglichkeit den Instinkt für’s Staubbaden zu befriedigen. Auch bei nassem Wetter haben die Hühner im Stall die Möglichkeit dort ein bisschen Gefiederpflege zu betreiben
  • Nasse, schlammige Hühnerfüße reinigen sich schneller, wenn die Hühner durch trockenen Sand laufen. Das hält Deine Legenester sauberer und hilft außerdem Infektionen im Fußbereich der Hühner vorzubeugen.
  • Wenn deine Tränke öfter voll mit allerlei Einstreu ist, sinkt Sand zumindest nach unten und treibt nicht auf dem Wasser.
Sand eignet sich gut für die Aufzucht von Küken

Anders als bei Sägespänen ist ein versehentliches Aufpicken für deren Verdauung sogar förderlich. Und dadurch, dass Bakterien dort schlecht gedeihen, hast Du die besten Aussichten, Deine Küken gesund über die ersten Wochen zu bekommen.
Aber Vorsicht: wenn Du Küken selbst aufziehst (also unter einer Wärmelampe) kann der Sand zu heiß werden und die Küken verbrennen sich die Füße! Da musst Du ein Auge drauf haben.

Nachteile von Sand als Einstreu

Sand wiegt eine Menge im Vergleich zu anderer Einstreu. Ich habe ein leicht erhöhtes Holzgartenhäuschen als Stall und hätte ein bisschen Bedenken, dort eine größere Menge an Sand auf den Boden zu kippen. Kathy Shea Mormino empfiehlt eine ca 10 cm dicke Schicht. Da ist ’ne Menge Sand!
Natürlich könnte ich nur eine dünne Schicht einstreuen, aber für den Winter wäre mir das dann doch zu kühl.

Eine optimale Kombination ist für mich: Sand auf dem Kotbrett und Späne auf dem Boden. So halte ich die Bakterien, Schimmel und Milben in dem am meisten gefährdeten Bereich des Stalls klein (dort, wo die meiste Hühnerkacke landet), ich kann das Kotbrett sehr gut sauber halten und ich habe trotzdem einen gut duftenden, weichen Untergrund, der etwas isolierend wirkt.

Die absolute Luxus-Variante wäre dann noch ein besandeter „Vorbereich“ des Stalls, überdacht, zum Sauberlaufen der Hühnerfüße bei Regen. Mal sehen, ob ich das irgendwann realisiere.

Eignet sich jeder Sand als Einstreu?

Kathy Shea Mormino empfiehlt keinen klassischen Sandkastensand, der so schön zusammenpappt, zu nehmen. Quarzsand ist wohl ebenfalls ungeeignet. Vogelsand ist optimal, aber auch teurer. Wenn Du im Bauhandel einen gewaschenen Flussand (Körnung ca. bis 2mm) holst, dann bekommst Du günstig einen Sand mit besonders wenig Schweb-/Schadstoffen.

Hochwertiger Luxus – Hanfhäcksel / Leinenhäcksel als Einstreu für Hühner

  • gut feuchtigkeitsbindend
  • staubt nicht
  • feiner Geruch
  • kompostiert sehr gut
Nachteil von Hanf-/Leinhäckseln als Einstreu für Hühner

Bei einem Preis von ca. 12 Euro/15 kg Einstreu sind mir Hanfhäcksel persönlich zu teuer. Vor allem, da ich die Hobel-/ Sägespäne umsonst bekomme…Wenn Du aber Deine Einstreu sowieso kaufen mußt, dann sind die paar Euro sicher gut investiert.

Für Küken scheint Hanfhäcksel gut geeignet zu sein. Angeblich wird die Einstreu nicht von den Küken gefressen (im Gegensatz zu Sägespänen) und die sehr gute Saugfähigkeit hilft auch hier, den Bereich möglichst sauber und trocken (also auch frei vor Schimmel & Bakterien) zu halten.

Laub als Einstreu für Hühner

Re-use & Recycle: Laub ist ein prima Begleiter für Deine normale Einstreu. Wenn Du Laubbäume im Garten hast, kannst Du hier im Herbst kostenlose Einstreu selber herstellen, die gut riecht, schön aussieht und hervorragend kompostiert. Ich habe das Gefühl, dass auch die Hühner gerne auf den trockenen Blättern laufen. Hat so was waldiges…

Wenn Du Deine Einstreu komplett aus Blättern herstellen willst, könntest Du regelmässig trockene Körner zum Aufpicken hineinstreuen – damit arbeiten sich die Hühner durch die Blätter, zerkleinern sie und halten sie „luftig“.

So nutzt Du Laub als Einstreu für Hühner

Eine größere Menge trocknen als Du üblicherweise verwendest

Ich brauche wenig Einstreu über das Jahr. Durch das eingebaute Kotbrett bleibt die Einstreu fast komplett sauber und tagsüber sind die Hühner sowieso immer draussen. Gut getrocknetes Laub ist als Einstreu aber nicht so formstabil, wie z.B. Stroh, Späne, etc. Während Du am Anfang ein mords Volumen im Stall hast, werden die Blätter mit der Zeit immer feiner zerbröseln und Du mußt regelmässig Laub nachgeben. Das alte, noch trockene, saubere Laub, das kleingetreten wurde, läßt Du einfach drin.

Die getrockneten Blätter kannst Du gut in alten Bettüchern oder auch Jutesäcken trocken lagern, bis Du sie brauchst.

Das Laub gut durchtrocknen

Sonst besteht große Gefahr, dass es im Stall schimmelt! Ich verteile das Laub morgens an einem warmen, sonnigen Tag und „wende“ es am Nachmittag nochmal. Da es im Herbst nachts ziemlich feucht wird, mußt Du, falls es an einem Tag noch nicht durchgetrocknet ist, das Laub zusammenrechen und am nächsten Tag wieder zum Trocknen ausbringen.

Als ich während einer eher windigen Schönwetterperiode letzten Herbst nicht im Garten trocknen konnte, habe ich so Gartenkörbe (die Gitterkörbe, die luftig(!) sind) mit dem Laub gefüllt, in die Garage gestellt und 3x am Tag mit den Händen locker luftig durchgemischt. Das hat dann schon so eine Woche gedauert, aber dann war das Laub auch durchgetrocknet.

Vor allem wenn Du Deinen Stall komplett mit Laub einstreuen möchtest mußt Du darauf achten, dass es wirklich knochentrocken ist!

Nur für wirklich trockene Ställe verwenden

Wenn Laubblätter feucht werden, fangen sie sehr schnell zu schimmeln an und bilden (ähnlich wie Stroh) nasse Matten, die sich nicht gut reinigen lassen. Da mußt Du schnell den kompletten Klumpen entfernen. Generell soll dein Hühnerstall ja immer trocken und luftig sein – wenn Dein Stall da eine Schwachstelle hat, dann verzichte auf Laub als Teil Deiner Einstreu.

Walnussbaumblätter

Besonders das Laub vom Walnussbaum eignet sich als Beigabe zur Einstreu, denn die in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle halten Ungeziefer wie Fliegen und Milben auf Abstand.

Aber: die Konzentration der ätherischen Öle in den Blättern läßt beim Trocknen nach – am Besten eigenen sich zur Milbenabwehr die frischen Blätter oder auch das Trocknen frisch gepflückter Blätter. Wenn Du im Herbst lediglich die bereits herabgefallenen Blätter einsammelst ist ihre abwehrende Eigenschaft größtenteils verloren.

Ich persönlich reche das herabgefallene Laub vom Walnussbaum trotzdem als Einstreu zusammen, schlicht und ergreifend weil so ein Walnussbaum eine Menge Laub hergibt und ich damit eine Menge Einstreu habe. 🙂
Und meine Nachbarn freun sich, wenn ich das Zeug abnehme. Wenn Du Dir die Milben-abwehrenden Öle aber zu Nutze machen willst, dann hänge lieber Bündel frischer Blätter in den Stall oder gebe zerschnipselte, frische Blätter in Maßen unter die normale Einstreu. Dort werden die Schnipsel dann mit der Zeit vertrocknen und können ganz normal mit der restlichen Einstreu auf dem Kompost entsorgt werden. Wichtig ist nur, dass das Verhältnis von frischen Blättern zu normaler Einstreu stimmt und die Einstreu als Gesamtes nicht zu feucht werden kann.

Hinweis: Du kannst Walnussbaumblätter kompostieren, aber die Rotte braucht erheblich länger um sich zu zersetzen. Die in den Bättern enthaltene Gerbsäure hemmt das Bakterienwachstum und die Komposterde wird auch insgesamt „sauerer“. Sie eignet sich also für Pflanzen denen das bekommt, wie z.B. Rhododendron, Hortenisen, Farne, Pfingstrosen.  Und ich habe gelesen, dass das Laub, bzw. die daraus entstandene Komposterde Beeren gut tut. Also Himbeeren, Heidelbeeren, etc.

Was es sonst noch gibt:

Dinkelspelz

Dinkelspelzen werden von vielen Hühnerhaltern gern als Einstreu verwendet, weil man sie günstig als Abfallprodukt von Getreidemühlen erhält.
Wichtig ist, dass die Spelzen entstaubt wurden.
Ich erhalte bald eine Probepackung Dinkelspelz-Einstreu (mit etwas Luxus beigemischt, Lavendel und Zeolith), auf die ich sehr gespannt bin. Ich stelle mir das zum Reinigen sehr gut vor: die kleinen Partikel halten den Hühnerkot, ähnlich wie bei Sand, kompakt beisammen und man kann mit einem kleinen Katzenklo-Schäufelchen super sauber machen.

Die Saugfähigeit von Dinkelspez soll gut sein – ich werde testen und berichten!

Papierschnipsel, geschreddertes Papier

Ich habe schon öfter auf Bildern Ställe gesehen, in denen die Halter geschreddertes Papier als Einstreu verwenden. Wenn jemand Zugang zu viel unbedrucktem, geschreddertem Altpapier hat, ist das vermutlich verlockend. Ich habe keine Erfahrung damit, würde es aber nicht verwenden. Nasses Papier bildet ja auch schnell Matten/Klumpen und ich stelle es mir auch unpraktisch vor, die langen Schredder-fäden mit Hühnerkacke auszumisten.

Wie es sich auf dem Komposthaufen verhält…? Gut, es zersetzt sich vermutlich schnell, aber ob ein hoher Papieranteil auf dem Kompost förderlich ist?
Ehrlich: keine Ahnung. Wenn jemand zu dieser Art der Einstreu Erfahrungen beisteuern kann, dann immer her damit!

Hühnerstall Einstreu aufwerten

Als großer Fan von praktischen und sinnvollen Verwertungen jeder Art habe ich schon so Einiges unter meine Einstreu gemischt um sie vielfältiger aber vor allem nützlicher zu machen.

Getrocknete Kräuter & Blüten

…sind mein Favorit. Der Stall riecht einfach besser und die ätherischen Öle, die beim Scharren der Hühner im Stall freigesetzt werden, sind einer der Bausteine meiner Milbenabwehr. Lavendel, Ringelblumenblüten, Minze, Kamille (ägyptisch), Zimt, Eukalyptus, Zitronenmelisse, Oregano, Wermut … Wenn Du einen eigenen Garten hast und Kräuter für die Küche anbaust hast Du in der Regel eh immer zuviel davon. Trockne den Überschuss und gib ihn mit in die Einstreu oder das Legenest!
Du hast (noch) keine eigenen Kräuter im Garten? Eine fertige Mischung, die ich für meine Legenester und im Futter verwende kannst Du hier kaufen: Kräuter-Sommermischung

Thujen- & Wachholderschnitt

Auch aus der Not (bzw. dem Überfluss) heraus habe ich dieses Jahr zum ersten Mal den frischen Thujenabschnitt unserer Riesenhecke mit unter die Einstreu gegeben. Wie beim Untermischen von frischen Walnussbaumblättern habe ich darauf geachtet, dass die Mischung insgesamt trocken bleibt.

Während die Wirksamkeit der ätherischen Öle vorrangig der Thuja plicata und dem Wacholder (Juniperus) zugesprochen werden, wurde aber auch für gewöhnliche Thuja occidentalis eine milbenabwehrende Wirkung nachgewiesen (die Studie dazu findest Du hier). Der Duft war in jedem Fall sehr intensiv, hat die Hühner aber nicht gestört. Die Thujenschnipsel trocknen im Moment immer mehr aus und verlieren natürlich auch ihren Duft.

Die Einstreu entsorge ich nach wie vor auf dem Kompost, auch wenn die alte Gärtnerregel besagt, dass man Thujenschnitt nicht kompostieren soll/kann. Wie immer macht die Dosis das Gift und als bereits vertrockneter Bestandteil einer Menge andere Komponenten ist das kompostieren (wie auch bei den Walnussbaumblättern) kein Problem.

Bauern Tabak oder Rundblatt-Tabak (Nicotiana rustica)

Ebenfalls in der oben zitierten Studie erwähnt und für effektiv befunden. Bisher habe ich noch keinen Bauerntabak im Garten, aber das Saatgut steht schon auf meiner Einkaufsliste für die kommende Gartensaison. 🙂

Zeolith und Kieselgur

Während ich auf den Einsatz von pulverförmiger Kieselgur im Stall verzichte ist Kieselgur (pulverisierte, fossile Kieselalgenschalen) nachweislich ein effektives Mittel zu Bekämpfung und Vorbeugung von Milbenbefall. Zeolith (Vulkan-Gesteinsmehl) hat als Teil der Einstreu geruchsbindende, trocknende Eigenschaften (wenn Du Dich tiefer einlesen willst, empfehle ich diese Seite: http://www.arnold-chemie.de/2013/01/zeolithe-in-der-aktiven-geruchsbeseitigung/).

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Kommentare

  1. Marianne Lammers

    Hallo, Denise!
    Leider ist mein vorhin geschriebener Kommentar soeben leider verlustig gegangen.
    Aber, Danke für Deine Super-Information zur Einstreu für unsere gefiederten zweibeinigen Freundinnen.

    Habe in über 30 Jahren Hühnerhaltung die gleichen Erfahrungen gemacht.

    Liebe Grüße

    von der
    „Kurfürstin“

  2. Liebe Denise,
    vielen Dank für den tollen Artikel und die vielen Infos. Ich kann definitiv bestätigen, dass Sand einfach perfekt als Einstreu für den Stall geeignet ist. Seitdem ich von Stroh auf Sand umgestiegen bin, habe ich keinerlei Probleme mehr mit Milben, Bakterien und schlechten Gerüchen. Das Reinigen des Stalls geht schnell und ich habe auch das Gefühl, dass es den Hühnchen besser gefällt 🙂
    Kann ich nur Empfehlen.

    • Denise

      Danke, dass Du Deine positiven Erfahrungen mit Sand als Eisntreu teilst, Marisa! Wenn ich beobachte wo die Hühner denn am liebsten hingehen, wenn sie die Wahl haben, dann sind es meistens ja auch die Sand-/Erd-kuhlen im Garten und Auslauf… Die wissen schon was gut für sie ist 😉

  3. Cornelia

    Hallo und Moin,
    mit großem Interesse habe ich den Artikel über Einstreu im Hühnerstall gelesen. Ich bin immer über jeden Artikel auf
    Hühner-Kräuter.de begeistert. Zum Einstreu habe ich tatsächlich lange herumexperimentiert und jetzt verwende ich eine Mischung aus Holzspäne Zeolith und Stroh.Da ich jeden Morgen die Schlafplätze sauber mache sind diese immer trocken.
    Das Stroh ist nicht verklummt und lässt sich gut aufschütteln. Da meine Hühner im Nest schlafen und nicht auf der Stange kuscheln die sich gerne ins Stoh. Ich gebe auch getrocknete Kräuter in das Nest. Außerdem wird jeden Morgen der Hühnerstall mit einer KRäutermischung der Stall besprüht besonders in den Ecken. Zum Schluß ein paar Tropfen Minzöl. Der Stall richt sehr angenehm und ist gegen alles Ungeziefer gefeigt. Ich brauche Morgens nur 20 Min. .und die Hühner sind versorgt. Hat lange gedauert bis ich das so hin bekommen habe. Dank der vielen unterschiedlichen Info. Danke

    • Denise

      Hallo Cornelia, ja, das mit dem Reinkuscheln kann ich mir denken, ich habe auch 2 „Nicht-Stangen“ Schläferinnen. Auch wenn ich kein Stroh mehr benütze, denke ich das A und O ist, dass sich auch die Hühnerhalter selber mit dem Stall gut fühlen. Denn wie Du schon sagst, wenn Du lange getüftelt hast und nun bei einer Mischung bist, die für dich nur 20 Minuten Arbeit bedeutet und trotzdem soviel Verwöhnprogramm (Kräuteröl…mmmmh!) beinhaltete, dann ist der Stall garantiert top. Trocken, sauber und gepflegt – perfekt.

  4. Kirsten

    Hallo Denise, ich habe bei dem Neubau meines Stalles den Boden einfach weggelassen und statt dessen eine „Wanne“ aus Volierendraht eingegraben als Schutz vor Mäusen, Ratten und vor allem dem Marder. Aufgefüllt habe ich mit Naturboden und dann eine ordentliche Schickt feinen Sandes, der sowieso gerade auf meiner Baustelle am Haus zum Vorschein kam. Diesen Boden „impfe“ ich regelmäßig mit dem Schnitt von Salbei, Lavendel, Thymian u.a. stark duftenden Kräutern sowie den von Dir erwähnten Walnussblättern.
    Da ich persönlich den Sand aber doch recht „fußkalt“ finde, werde ich im Herbst nun zusätzlich Laub einbringen, in dem die Hühnchen auch noch schöner wühlen können.
    Was ich aber bestätigen kann, ist die Abwesenheit von Milben und auch die Federlinge konnten sich nur noch kurze Zeit nach dem Umzug halten.
    Ich harke jeden Morgen nach dem Herauslassen der Tiere den Boden, damit er gut durchlüftet werden kann, so trocknen auch an regnerischen Tagen die Wasserflecken, die die Chicks immer wieder durch das Umwerfen ihrer Tränke verursachen.

    Im Stall vorher hatte ich Sägespäne als Einstreu, fand jedoch das Staubaufkommen wirklich unangenehm. Daher habe ich auf Holzpellets „umgesattelt“, die sich ja erst bei Kontakt mit Feuchtigkeit auflösen. Ich habe das ganze leicht mit EMs besprüht, damit die Hühner nicht nur auf den harten Pellets laufen müssen. Allerdings war da nun die Entfernung des Kots nicht mehr so einfach…

    Zu Deiner Frage oben mit dem Kompostieren von geschreddertem Papier – Papier und Pappe ist eine der Leibspeisen von Regenwürmern 🙂 daher kompostiert es sich sehr gut. Natürlich muss hier – wie bei allem, was auf dem Haufen landet – darauf geachtet werden, dass es nicht verklumpt und dicke Schichten bildet.

    • Denise

      Hallo Kirsten, das hört sich toll an! Fast eien Art DeepLitter Verfahren, oder? Stell ich mir für die Hühner in jedem Fall angenehm vor. Das Klima im Stall ist bestimmt gut! Ich könnte mir vorstellen, wennich bei meinem erhöhten Holzstall einfach 1-2 Reihen Ziegel darunter stelle könnte das den Boden auch ersetzen… kommt auf die „Ideen & Pläne“ Liste 😉

  5. Stephanie

    Hallo,

    ein toller Artikel, habe mich oft wieder entdecken können beim verwenden übriger Dinge. Eine Frage habe ich noch, warum muss der Dinkelspelz entstaubt sein? Ich habe nun auch gerade Sägemehl/Späne drin und stelle mir Dinkelspelz ähnlich vor. Der feine Staub gut gegen Milben, hätte ich bei Dinkel jetzt auch vermutet.

    Liebe Grüße Stephanie

    • Denise

      Hallo Stephanie, ich vermute, dass es einfach angenehmer für Hühner&Halter ist, wenn der Stall nicht verstaubt. Also schon allein für die Atemwege. Der Staub an sich bekämpft keine Milben: bei der Kieselgur sind es ihre winzigen messerscharfen Partikel die den Chitinpanzer der Milben aufschlitzen und die dank ihrer feuchtigkeitsabsorbierenden Eigenschaften die Tiere dann austrocknen läßt. Brutal, so gesehen… Aber wie gesagt: Staub hilft gegen Milben nichts und ist nur eine Belastung im Stall. Wenn Du aber günstig/umsonst an nicht-entstaubte Spelzen rankommst, dann würd ich das einfach mal ausprobieren. Ich gehe immer vom „Idealfall“ aus, aber oft reicht auch schon das nächst-Bessere :).

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