Fliegen im Hühnerstall bekämpfen

Zuviele Fliegen sind für Hühner richtig stressig: begrenzter Auslauf, Stallpflicht… da gibt es kein „Entrinnen“. Fliegen sind sog. Hygieneschädlinge und übertragen Krankheitserreger – unter anderem auch Salmonellen. Schwache und kranke Tiere, aber auch Hennen die gerade am Legen sind, sowie deren frisch gelegte Eier, sind dem Infektionsrisiko stärker ausgesetzt. Fliegen im Hühnerstall zu bekämpfen gehört also zur regelmäßigen Stallroutine dazu.

Detaillierte Informationen zu Gefahren, Prävention und der Behandlung von Salmonellen findest Du es unter huehner-hof.com

5 Tipps wie Du Fliegen im Hühnerstall los wirst

Fliegen gedeihen besonders gut in einer warmen, feuchten Umgebung. Faulige Gerüche, z.b. von Kot und vergammelten Essensresten, ziehen Fliegen magisch an. Wenn Du im Stall und im Auslauf auf ein gesundes Maß an Hygiene achtest, ist das die halbe Miete für einen (fast) Fliegen-freien Hühnerhof. Bei der regelmässigen Reinigung im Stall hilft ein selbstgemachtes Anti-Fliegen-Spray (hier geht’s zur Anleitung). Nicht nur vertreibt es über seinen Geruch die Fliegen, der Hauptbestandteil Essig unterbindet auch die Vermehrung gefährlicher Baktieren wie Salmonellen.

1. Kotbrett täglich reinigen (am Besten gleich morgens)

Größere Kothaufen in der Einstreu entfernen. Das beugt der Geruchsentwicklung vor und nimmt den Fliegen ihren bevorzugten Aufenthaltsort.

2. Einstreu möglichst trocken halten

Damit vermeidest Du ein feucht-warmes Stallklima. Besonders saugfähige Einstreu verwenden oder die Einstreu komplett durch Sand ersetzen.

3. Feuchtes Futter nur in Mengen verfüttern die gleich gefressen werden.

Reste zügig entfernen, vor allem aus der prallen Sonne. Wasserpfützen sind ebenfalls ein beliebter Ort für Fliegen. Fliegenfallen entweder in der Nähe aufhängen oder trübe Wasserlachen im Auslauf ganz vermeiden.

4. Komposthaufen möglichst weit von Stall und Auslauf entfernen.

Ein Komposthaufen im Auslauf bietet zwar Abwechslung für die Hühner, kann aber im Sommer zum Fliegenmagnet mutieren. Wenn Du Platz hast, leg das Wintergehege um den Kompost herum an und die Auslauffläche für den Sommer weiter entfernt.

In jedem Fall ist es besser Du stapelst den Kompost eher hoch und kompakt, als ihn breit zu verteilen. Höhere Temperaturen im Kompost begünstigen die Rotte statt der Fäulnis, was auch zu weniger Fliegenbefall führt. Diese sog. Hygienisierung kann über spezielle Rotteförderer erreicht werden oder durch den Einsatz eines Thermokomposters.

5. Sorge für einen gut durchlüfteten Stall. 

Wirksame (Haus-)Mittel gegen Fliegen

  • Für’s Haus etwas unappetitlich, aber im Stall gut zu gebrauchen: Der gute alte Kleb-Streifen.
  • Lockfallen gibt es in den unterschiedlichsten Varianten zu kaufen – oder auch zum selbermachen (Variante 1 / Variante 2)
  • Schlupfwesepen im Stall ansiedeln. Die Schlupfwespen werden als Puppen gekauft und dann zum Schlüpfen im Stall ausgebracht (möglichst an Stellen, wo die Hühner sie nicht wegfressen können). Die geschlüpften Wespen suchen sich die Puppen der Fliegen als Futter und dämmen so die Vermehrung der Fliegen im Stall ein.
  • Der Vollständigkeit halber sei auch der Einsatz von Kieselgur im Stall erwähnt. Ich persönlich verzichte aber auf den Einsatz von Kieselgur im Stall (Beitrag: „Ist Kieselgur gefährlich für Hühner?“).

Ätherische Öle

Fliegen und andere Insekten lassen sich auch über Duftstoffe vertreiben. Als zusätzliche, natürliche Fliegenabwehr kannst Du Dir aus Essenzen wie Rosmarin, Basilikum, Ringelblume, Pfefferminze, Thymian, Lavendel, Zitonengras, Citronella, Zitrone, Orange, Vanille u.a. ein Duftspray selbermischen und bei Bedarf im Stall verprühen. Positiver Nebeneffekt: der Stall riecht angenehm frisch.

Frische oder getrocknete Kräuter im Stall und im Legenest verteilt geben die ätherischen Öle langsamer ab – etwa wenn die Hühner im Stall scharren oder sich im Nest bewegen. Die Hühner können die gesunden und nahrhaften Heilkräuter bedenkenlos fressen. Eine Liste mit Heilkräutern für Hühner gibt es hier.

Vanilleduftbaum

Der „Wunderbaum“…? Ja, genau der. Diese olfaktorische Zumutung in Tannenbaumform (und Garant für Brechreiz auf langen Autofahrten) gibt es immernoch an jeder Tankstelle zu kaufen – ein echter Klassiker. Hobby-Hühnerhalter schwören auf die Wirksamkeit der „Duftnote“ Vanille – ein paar davon im Stall aufgehängt und die Fliegen machen sich in kürzester Zeit davon.
Das ätherische Öl von Vanille vertreibt Fliegen und andere Insekten, darum kann ich mir die Wirkung durchaus vorstellen – aber ob man den Geruch wirklich als „vanillig“ bezeichnen kann…? Tja, die Fliegen anscheinend schon.

Ich selber habe dieses Zaubermittel noch nicht probiert – schliesslich will ich den Stall auch noch gern betreten… Aber vielleicht erhalte ich ja noch Erfahrungsberichte aus erster Hand.

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